59 Meter über der Isar Bergmesse in München mit Pfarrer Schießler

07.08.2017

Er ist bekannt für seine originellen Ideen. Das gab´s aber noch nie: Pfarrer Rainer Maria Schießler feiert eine Bergmesse – mitten in München.

Pfarrer Rainer Maria Schießler feiert Pilgergottesdienst in luftigen Höhen
Pfarrer Rainer Maria Schießler feiert Pilgergottesdienst in luftigen Höhen © SMB

München – Das Haus „Werk 3“ auf dem ehemaligen „Pfanni“- Werksgelände hat ein paar Eigenheiten. Zum Beispiel, dass auf dem Flachdach eine Berghütte steht. Hier will Pfarrer Schießler am Sonntag (13.08.) eine „Bergmesse“ feiern. Bis zu 500 Gottesdienstbesucher dürfen auf das Dach. mk online hat den Münchner Seelsorger vor dem Gottesdienst getroffen:

mk online: Herr Pfarrer, wie kamen Sie denn auf die Idee, auf dem „Werk3“- Hochhaus am Münchner Ostbahnhof eine „Bergmesse“ zu halten?
Schießler: Ich war eingeladen, mir das das Dach da oben mal anzuschauen. Als ich raufkam, da war da alles begrünt und es standen Schafe aus Metall herum, da kommen noch echte Schafe rauf. Und vor allem aber gab es da eine Berghütte. Daran stand „59 Meter über der Isar“. Da habe ich gesagt: Das ist ja schon fast ein Berg - und schon war die Idee geboren.

mk online: Sie verbinden ja den Sonntagsgottesdienst oben auf dem Dach mit einer kleinen Wallfahrt dahin – was ist denn genau geplant?
Schießler: Also, wir fangen um 8 Uhr morgens mit der laudes an, also mit dem Morgengebet. Und dann gehen wir los. Wir machen Stationen: Wir wollen also in der Nachbarpfarrei Mariahilf vorbeischauen und da ein bisschen beten. Dann weiter auf die Hochstraße, wo man den wunderbaren Blick über München hat, über den Gebsattelberg. dann weiter nach St. Wolfgang, die nächste Pfarrei, wo wir als Pilger auch vorbeischauen. Und die vierte Station ist die Tiefgarage vom Haus „Werk 3“ (lacht), da ist dann Vogelgezwitscher zu hören (vom Band, Anmerkung d. Red.).

Die kleine Wallfahrt startet am Sonntag um 8 Uhr in St. Maximilian im Glockenbachviertel, der Gottesdienst beginnt um 10 Uhr auf dem „Werk 3“ Hochhaus am Münchner Ostbahnhof.

mk online: Haben Sie Bedenken, nach 141 Stufen, die sie bis aufs Dach zurücklegen müssen, noch genügend Puste für das Tagesgebet zu haben?
Schießler: Ich habe schon so viele Bergmessen hinter mir, inclusive Zugspitze, wenn ich das Hochhaus nicht packe, dann bin ich wohl fällig für die Rente. Also ich glaube, ich schaffe es.

mk online: Zu einer Bergmesse gehört eigentlich auch eine Brotzeit. Wie schaut es da bei Münchens einziger Bergmesse aus?
Schießler: Ja, klar: es gibt hier oben auf dem Dach noch Wiener und Weißwürste. Wir setzen uns noch zusammen und trinken eine Halbe Bier. Man kann nach so einem gottesdienstlichen Event nicht einfach heimgehen. Das muss man besprechen, und darüber nachdenken, wie einfach „Gemeinschaft“ möglich ist. (Das Interview führte Willi Witte)

Der Autor
Willi Witte
Radio-Redaktion
w.witte@st-michaelsbund.de


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