Zum Fest „Verklärung des Herrn“ Besonderer Moment

06.08.2017

Auf dem Berg der Verklärung machen drei Jünger eine besondere Gotteserfahrung. Solch intensive Glaubensmomente wünscht Pater Stefan Maria Huppertz auch uns.

Darstellung der Verklärung Christi von Gebhard Fugel um 1930 © Diözesanmuseum Freising

Vorweg eine autobiografische Notiz: Das Evangelium von der Verklärung des Herrn war Bestandteil meiner mündlichen Prüfung in Altgriechisch. Auf den ersten Blick haben wir es hier mit einer Geschichte größter Exklusivität zu tun. Jesus nimmt nicht etwa die zwölf Apostel und noch 40 oder 50 Jüngerinnen und Jünger mit auf den Berg der Verklärung; es sind nur drei, die Jesus beiseitenimmt, in besonderer Weise ins Vertrauen zieht und sich mit ihnen für eine gewisse Zeit von der Gruppe der anderen absondert. Das wird bei den übrigen neun Aposteln vermutlich keine Begeisterung hervorgerufen haben; weil Menschen es nicht mögen, wenn manche bevorzugt werden. Es sei denn, man selber genießt diesen Vorzug …

Petrus, Jakobus und Johannes dürfen im Augenblick der Verklärung des Herrn schon einen ersten Blick auf den werfen, der als Gekreuzigter und Auferstandener Licht vom Licht und Gott von Gott ist. Von diesem Berg der Verklärung, vom Höhepunkt der Erkenntnis, vom Hügel der Verwirrung, müssen sich die auserwählten Apostel erst wieder einen Weg in die Niederungen des Alltags bahnen und sich in die Reihe derer einfügen, die diesen Vorsprung an Glaubenserfahrung nicht gemacht haben. Und reden sollen sie auch mit niemandem über das, was sie zutiefst bewegt.

Pater Stefan Maria ­Huppertz ist Kapuziner und leitet den Pfarrverband Isarvorstadt © privat

Es braucht Orte, an denen uns Gott „erwischen“ kann

Es ist eine ganze Menge, was Jesus denen da zumutet, die sich doch eigentlich sehr bereitwillig auf ihn eingelassen haben. Die Höhepunkte der Gottesbegegnung müssen vom Berg wieder ins Tal geschafft werden, wollen von der aufgeregten Schnappatmung charismatischer Begeisterung in lange und tiefe Atemzüge neuen Suchens übersetzt werden. Da brauchen die Jünger Jesu, da brauchen wir heute, eine Menge weiterer Erfahrungen und es bedarf der Orte, an denen uns Gott in besonderer Weise „erwischen“ kann. Für den verbleibenden Sommer also beste Wünsche für besondere Glaubensmomente! (Pater Stefan Maria Huppertz)


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