350 Jahre Baubeginn Schloss Nymphenburg Besonderes zur Magdalenenwoche

18.07.2014

Wenn man Schloss Nymphenburg zu seinem Pfarreigebiet zählen kann, kann man nicht nur die wohl schönste Fronleichnamsprozession der Stadt im Rondell nebst Gottesdienst vor traumhafter Kulisse feiern. Als Pfarrer ist man auch offizieller Rektor der Schlosskirche und der Klause im Park, beide der heiligen Maria Magdalena geweiht, wie Pfarrer Augustinus Bauer erzählt, auch wenn jegliche Nutzung der Einwilligung der Schlösser- und Seenverwaltung sowie der Wittelsbacher Hausherren bedarf.

Schloss Nymphenburg in München (Bild: Jörg Hackemann - Fotolia.com)

München-Nymphenburg - Maria Magdalena spielt in Nymphenburg eine besondere Rolle. Das Patrozinium der biblischen legendenumrankten Gestalt – reuige Sünderin, Apostelin der Apostel und spätere Büßerin – trug dereinst auch die 1930 geweihte Christkönigkirche an der Notburgastraße, bis ihr Kardinal Michael von Faulhaber 1936 das neue Titelfest übertrug. Die Verbindungen zur ersten Zeugin von Jesu Auferstehung sind vielfältig in Nymphenburg. Im Pfarrhof etwa gibt es einen Magdalenenbrunnen, im Pfarrbüro mehrere Kunstwerke zu dieser großen Frau des Neuen Testaments.

Alljährlich feiert man hier auch rund um das Magdalenenfest am 22. Juli Gottesdienste – im Hirschgarten, in der Schlosskapelle sowie in der Magdalenenklause, jener künstlichen Ruine, die Joseph Effner im Schlosspark von 1725 bis 1728 erbaute. Der Auftraggeber, Kurfürst Max Emanuel, erlebte ihre Vollendung nicht mehr. Die Magdalenenklause ist als Behausung eines Eremiten gedacht. Von außen gleicht das aus Ziegeln gemauerte, teilweise verputzte Gebäude einer Ruine. Risse im Mauerwerk und abbröckelnder Putz vergegenwärtigen die Hinfälligkeit des Irdischen – ein gekonntes Werk des Barocks zwischen Bußhingabe und höfischem Spiel.

Aus Anlass des Baubeginns zu Schloss Nymphenburg vor exakt 350 Jahren hat man sich in Christkönig zur diesjährigen Magdalenenwoche etwas Bessonderes einfallen lassen: Am Abend des 21. Juli erklingt um 19.30 Uhr an der Magdalenenklause eine gute Dreiviertelsstunde bislang unbekannte geistliche Musik zu Maria Magdalena vorgetragen von Vokal- und Instrumentalsolisten. Entworfen hat das Programm die promovierte Nymphenburger Musikphilosophin Petra Steidl zusammen mit Diakon Alexander Reischl und Kirchenmusiker Andreas Lang. Es werden Stücke des frühen 18. Jahrhunderts sein, etwa von Antonio Caldara, von Georg Friedrich Händel, oder aber auch vom französischen Spätromantiker Vincent d‘Indy. Texte sollen den Freskenzyklus im Inneren der Klause erläutern. (FE)


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