Gottesdienst zur Landshuter Hochzeit Beten dafür, dass alles friedlich bleibt

21.06.2017

Eines der größten historischen Feste in Europa steht bevor: die Landshuter Hochzeit. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Am Sonntag fand der Auftaktgottesdienst statt.

Stiftspropst Monsignore Dr. Franz-Josef Baur (l.) und Pfarrer Monsignore Josef Thalhammer im Gottesdienst.
Stiftspropst Monsignore Dr. Franz-Josef Baur (l.) und Pfarrer Monsignore Josef Thalhammer im Gottesdienst. © SMB/Spanier

Landshut - Heuer wird die Landshuter Hochzeit ab dem 30. Juni aufgeführt. Am vergangenen Sonntag erfolgte die dritte Wiesenprobe auf dem Turniergelände und anschließend die so genannte "Entfluchtungsübung" für den Ernstfall. Anschließend fand der Anfangsgottesdienst am Zehrplatz statt.

Den ökumenischen Anfangsgottesdienst zelebrierten vereint in der Liebe Gottes Stiftspropst Monsignore Dr. Franz-Josef Baur, Pfarrer Monsignore Josef Thalhammer und der evangelische Pfarrer Felix Reuter. Stiftspropst Monsignore Dr. Franz-Josef Baur sagte einleitend: "Die Landshuter Hochzeit ist ein Fest der großes Emotionen. Eine Emotion ist aber auch die Ehrfurcht vor Gott. Sie soll beim Fest nicht fehlen".

Bitte von Terror und Gewalt verschont zu bleiben

Der Stiftspropst betonte: "Danken wir heute, dass vor dem großen Fest schon alles gut gelaufen ist. Und beten wir dafür, dass auch beim Fest dann alles gut laufen wird. Und vor allem dafür, dass es friedlich bleibt. Am Ende soll dann die große Emotion Jubel, Freude und Dankbarkeit stehen".

Vorbereitungen zur Landshuter Hochzeit: Die Jongleure proben.
Vorbereitungen zur Landshuter Hochzeit: Die Jongleure proben. © SMB/Spanier

Der evangelische Pfarrer Felix Reuter betonte in seiner anschließenden Predigt, dass eine Hochzeit eine außergewöhnliche Zeit ist: "Es ist das Fest der Feste. Es ist das Fest der Liebe zweier Personen, die den Bund der Ehe schließen. Nichts anderes war und ist die Landshuter Hochzeit". Reuter erinnerte in seiner Predigt daran, dass die Hochzeit auch in der Bibel vorkommt. Das Bild der Hochzeit sei dabei die liebevolle Verbindung von Gott zu den Menschen. Es sei das Bild einer paradiesischen Zukunft. Denn so soll es einmal im Reich Gottes sein.

Aufruf zur Gelassenheit

Reuter gab aber auch zu Bedenken, dass an eine Hochzeit immer viele Erwartungen gerichtet sind. Denn es soll der perfekte Tag im Leben zweier Menschen werden. Und natürlich geht dann bei einer Hochzeit auch immer etwas schief. Das Kleid ist zu weit oder zu eng, das Essen zu kalt oder zu heiß und vieles mehr. Deshalb rief Reuter auch zur Landshuter Hochzeit zur Gelassenheit auf. Er bat darum, auf die Mitmenschen zu achten und ein harmonisches Fest zu feiern, welches die Völker miteinander verbindet. Er bat besonders um Gottes Segen, in einer Zeit, in der an vielen Orten der Welt Terror, Gewalt und Hass herrscht.

Die Landshuter Hochzeit 1475 ist eines der größten historischen Feste in Europa. Dabei wird drei Wochen lang an die Hochzeit des Landshuter Herzogssohns Georg der Reiche mit der polnischen Königstochter Hedwig erinnert. Alle vier Jahre lassen unter der Regie des Vereins "Die Förderer" e.V. über 2000 Mitwirkende die Hochzeit von einst lebendig werden.

Reuter dankte im Gottesdienst auch dem veranstaltenden Verein des Großereignisses, den Förderern. Denn sie würden dafür sorgen, dass dieses Fest nicht in Vergessenheit gerät. Reuter dankte ferner allen Mitwirkenden und den Sicherheitskräften.Reuter wünschte abschließend, dass es nicht nur bei dieser schönen Landshuter Hochzeit bleibt, sondern anschließend auch noch viele weitere schöne Tagen folgen. Dazu müssen die Menschen im Sinne des christlichen Glaubens aber ihren Beitrag leisten.

Förderer-Chef Dr. Ernst Pöschl überreichte Buchskränze an die Geistlichkeit und rief "Haaaallllooooo! Himmel Landshut! Tausend Landshut!" aus. Der Gottesdienst wurde musikalisch von den Brandenburger Trumetern, den Salzburger Trumetern, der herzoglichen Hofmusik und anderen mitwirkenden Gruppen gestaltet. (Rene Spanier)

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