Schausteller- und Zirkus-Wallfahrt in Altötting Beten für gute Volksfest-Saison

31.03.2017

Rund 150 Schausteller und Zirkusleute sind zur Gnadenkapelle von Altötting gepilgert. Dort haben sie zusammen mit Weihbischof Rupert Graf zu Stolberg einen Gottesdienst gefeiert. In seiner Predigt nannte er Gemeinsamkeiten zwischen Pilgern und Schaustellern.

Rund 150 Schausteller trafen sich mit Weihbischof Rupert Graf zu Stolberg zu einem Gottesdienst in Altötting.
Rund 150 Schausteller trafen sich mit Weihbischof Rupert Graf zu Stolberg zu einem Gottesdienst in Altötting. © SMB/Rauch

Altötting – Vielleicht wird’s manchen verwundern – aber auch die Schausteller, Marktkaufleute und Zirkusartisten haben ihre eigene Wallfahrt. Ein bisschen sind sie ja schon aus historischen Gründen mit der Kirche verbunden, fanden doch in der Vergangenheit Volksfeste stets rund um das Gotteshaus statt. So sind in dieser Woche rund 150 Schausteller zur Gnadenkapelle von Altötting gepilgert. Dort haben sie gemeinsam für eine gute neue Saison gebetet. „Wir beten jedes Jahr, dass keine Unfälle passieren und alle gesund bleiben“, meint Schausteller Franz Vetter. Schließlich erlebten sie bei den Volksfesten nicht nur Spaß.

„Wo Freude ist, ist auch Leid“

Schausteller und Zirkusartisten seien alle gläubige Leute, so Schausteller Helmut Kreis. Sie sind froh, dass sie Hilfe und Anerkennung bei der Kirche finden. Bei vielen Volksfesten besuchen sie Pfarrer und betreuen die Schausteller. Denn ein Leben ohne festen Lebensmittelpunkt ist nicht immer leicht. „Wo Freude ist, ist auch Leid“, meint Josef Diebold, der Vorsitzende des schwäbischen Schausteller-Verbands.

Bei der Wallfahrt nach Altötting konnten die Artisten ihre Sorgen und Anliegen vor Gott bringen. Eine Prozession mit ihren Fahnen führte sie zur Gnadenkapelle, dort haben sie gemeinsam gebetet. Dann zogen alle weiter zur Stiftskirche, wo sie mit Weihbischof Rupert Graf zu Stolberg Messe gefeiert haben. Stolberg betonte die Gemeinsamkeiten zwischen Pilgern und Schauspielern. Beide seien stets unterwegs. Wer ein gläubiger Mensch sei, der könne nicht stehenbleiben, sondern werde immer weiter auf der Suche nach Jesus Christus sein. Diese Unruhe gehöre auch zum Leben der Schausteller und Zirkusleute dazu.

Schausteller wollen allen Freude bringen

Gegen Ende wurden die mitgebrachten Rosenkränze und Devotionalien gesegnet. Alle haben gemeinsam das Schausteller-Gebet gesprochen: „O mein Gott, lass mich bedenken mein Vorrecht, als Schausteller allen Menschen Vergnügen und Freude zu bringen, besonders aber den Armen, den Einsamen und denen, die vom Glück benachteiligt sind.“

Anschließend haben sich Schausteller, Zirkusleute und Geistliche noch Zeit genommen für Kaffee und nette Gespräche. Denn Glaube und Austausch seien gleich wichtig, erklärte Josef Diebold. Darum wird er und viele seiner Kollegen wohl auch im kommenden Jahr wiederkommen - zur 12. Schausteller-Wallfahrt nach Altötting. (Manuel Rauch)

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