Junge Frau berichtet über ihre Erfahrungen im Gebet Beten ist ein Lebensstil

02.03.2018

Jeder hat seine persönlichen Erfahrungen mit dem Gebet. Die 26-jährige Maria Riegger betet regelmäßig. Allein, aber auch in Gemeinschaft. Im Gebet pflegt sie ihre Freundschaft mit Gott.

Im Gebet die Freundschaft mit Gott pflegen.
Im Gebet die Freundschaft mit Gott pflegen. © fotolia/pingpao

München – Für mich bedeutet Gebet, in Beziehung mit Gott zu treten. Das heißt, ich spreche mit ihm, erzähle von meinen Gedanken, Gefühlen und Ängsten – eigentlich mache ich genau das, was eine jede gute Freundschaft ausmacht, nämlich Zeit miteinander zu verbringen und einander das Herz auszuschütten. Ich versuche, mein Herz zu prüfen und das in Gedanken auszusprechen, was mir auf dem Herzen liegt. Auch bitte ich Gott darum, dass er mir sein Herz offenbart und mir zeigt, was ihn bewegt. Wenn ich bete, lerne ich Gott besser kennen und lerne, seine Sprache besser zu verstehen.

Gebetsort ist zweitrangig

Ich versuche, täglich eine halbe Stunde alleine mit Gott zu sein. In dieser halben Stunde, meist am Morgen, lege ich den bevorstehenden Tag Stück für Stück vor Gott hin. Ich bitte ihn um den Heiligen Geist und um seine Führung durch den Tag. Hier ist auch Zeit für Lesen und Beten mit der Bibel, ein Gesätzchen vom Rosenkranz oder ein bis zwei Lobpreislieder. Dann gibt es weitere Zeiten, in denen ich mit anderen Menschen vor Gott komme, wie zum Beispiel in der Heiligen Messe, zu Lobpreiszeiten, beim Rosenkranz auf der Autofahrt und beim Gebet zusammen mit meinem Ehemann.

Dabei ist zweitrangig, wo ich bete. Das ist mal daheim, mal in einer Kirche, in einem Gebetsraum, auf der Straße oder im Auto. Beten ist für mich nicht nur ein Tagesordnungspunkt, den ich im Laufe des Tages abhake, sondern Beten ist für mich ein Lebensstil. Wichtig ist mir dabei, wirklich zu lernen, aus dem Gebet heraus zu leben und im Gebet getragene Entscheidungen zu treffen. Ich durfte erfahren: Gott ist wirklich daran interessiert, wie mein Leben verläuft und er freut sich, wenn ich mein Leben ganz mit ihm teile.

Maria Riegger nimmt sich jeden Morgen Zeit für das Gebet.
Maria Riegger nimmt sich jeden Morgen Zeit für das Gebet. © privat

Mit Gott leben

Schon oft durfte ich spüren, wie Gott mich durch schwere Situationen trägt, wie er mir Ruhe verschafft, wenn mir etwas über den Kopf wächst oder einfach wie er sich mit mir freut, wenn ich mich freue. Manchmal spüre ich aber auch gar nichts oder bin gedanklich zerstreut. Ich habe gelernt, in diesen Situationen gelassen zu bleiben und weiter treu im Gebet zu Gott zu kommen, denn was wäre eine Liebe die nur liebt wenn sie sich verliebt fühlt?

„So gehe ich meinen Weg mit dem Herrn im Land der Lebenden“ – dieser Satz aus Psalm 116 bewegt mich schon länger und ich versuche, ihn direkt in mein Leben zu übersetzen und über meinem Leben „auszubeten“. Mit Gott zu leben und mit Gott zu gehen, führt mich in die Freude, in die Liebe und ins Bewusstsein, ein geliebtes Kind Gottes zu sein – es führt mich einfach ins Land der Lebenden. (Maria Riegger, 26, ist hauswirtschaftliche Betriebsleiterin und wohnt in München)

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Minimalismus

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