Löwen, Esel und giftige Schlangen Bibelwelt Salzburg kooperiert mit Zoo

01.09.2018

"Vom Steinbock bis zum großen Fisch" lautet das Motto der Sonderausstellung der Bibelwelt zusammen mit dem Salzburger Zoo Hellbrunn. Bis zum 3. November können sich Besucher über allerlei Tierisches in der Bibel informieren. Die Eindrücke vor Ort.

Eine Löwin im Salzburger Zoo
Eine Löwin im Salzburger Zoo © SMB/Fleischmann

Salzburg – Der Salzburger Zoo Hellbrunn schlängelt sich um einen großen Felsen herum und liegt ein wenig außerhalb der Stadt. Pfarrer Heinrich Wagner steht gemeinsam mit der Biologin Lisa Sernow vor einer Informationstafel über den Steinbock, die zeigt, wo das Tier in der Bibel vorkommt. Die Biologin erklärt das Verbreitungsgebiet des Steinbocks und beide lächeln zufrieden. Bibel und Tiergarten? In Salzburg kann man das prächtig kombinieren, wie eine gemeinsame Ausstellung der Bibelwelt und des Zoos zeigt.

Wagner ist Mitinitiator der Salzburger Bibelwelt und kümmert sich mit seinen Mitarbeitern neben der Dauerausstellung ebenso um die Sonderausstellungen. Dieses Mal geht es um die Tiere. Der Salzburger Zoo Hellbrunn ist dafür wohl der perfekte Kooperationspartner. „In der Bibelwelt stellen wir einige Tiere vor, und erklären, welche Wichtigkeit sie für die Menschen haben“, sagt Wagner, „wer die Tiere dann sehen möchte, der kann anschließend in den Zoo fahren.“ Bis zum 3. November besteht diese Möglichkeit noch.

Tiere sind überall

Die Bibel ist voller tierischer Geschichten – egal welches Testament, egal welcher Zusammenhang. Die Schlange der Versuchung bei Adam und Eva, der Wal bei Jona oder der Hahn, der dreimal kräht – Geschichten, die die meisten kennen. Doch was hat es mit dem Steinbock auf sich? Und was bedeutet der Löwe für den Stamm von Juda im Alten Testament?

Wer Antworten auf diese Fragen möchte, der sollte nach Salzburg gehen. „Man kann bei uns spezielle Führungen als Gruppe buchen, die sich dann genau damit auseinandersetzen“, erklärt Biologin Lisa Sernow vom Salzburger Zoo, „das kann zum Beispiel eine Schulklasse sein, die sich im Religionsunterricht gerade mit Tieren beschäftigt. Ich kümmere mich dann zusätzlich noch um den naturwissenschaftlichen Part.“

Lisa Sernow erklärt die Tafeln.
Lisa Sernow erklärt die Tafeln. © SMB/Fleischman

Das Besondere daran ist, dass das Wissenschaftliche mit dem Theologischen verbunden wird. Für die Biologin sind das gar keine Gegensätze: „Es ist schon eine Herausforderung, Führungen so vorzubereiten, dass sowohl die naturwissenschaftliche, als auch die religiöse Seite abgedeckt wird. Aber wir haben uns da gut ergänzt. Ich habe selbst ziemlich viel dazu gelernt.“ Zum Beispiel die Geschichte über den springenden Steinbock, der im Alten Testament David Schutz vor seinem Häscher Saul gab. Oder eben der Löwe, der eines der am häufigsten erwähnten Tiere überhaupt ist. Zahlreiche Bibelstellen beschreiben sein Jagdverhalten, andere wiederum nutzen das Tier als Metapher für Heldenmut und Tapferkeit eines Volksstammes.

Die Symbiose aus Naturwissenschaft und Religion

Die Macher des religiösen Teils legen ihren Fokus nicht nur auf die theologische Betrachtung oder Interpretation der Tiere, sondern wollen ebenso die historischen und gesellschaftlichen Hintergründe erklären. „Ganz viele hebräische Namen sind eigentlich Tiernamen. Rebecca zum Beispiel, denn das bedeutet Kuh“, sagt Heinrich Wagner. Alleine daran sehe man schon, wie wichtig Tiere für die damalige Gesellschaft gewesen seien. „Wir würden heute niemanden Maulwurf nennen, im Hebräischen existiert allerdings der Name Hulda, der eben genau das bedeutet“, sagt Wagner. Daraus erkenne man eine ganz besondere Wertschätzung der Tiere, die den Menschen zu biblischen Zeiten innewohnte.

Ein Esel im Salzburger Zoo
Ein Esel im Salzburger Zoo © SMB/Fleischmann

Neben den Führungen haben die Macher im Salzburger Zoo mehrere Infotafeln vor den Gehegen ausgewählter Tiere aufgestellt. Die erklären dann zum Beispiel, wo das Tier in der Bibel genau vorkommt. Der Esel ist da ein schönes Beispiel. Die Geschichte von Jesus, der an Gründonnerstag auf seinem Esel in Jerusalem einzieht, ist wohl bekannt. Weit weniger bekannt dürfte hingegen die Geschichte des Propheten Bileam sein. „Die Eselin des Propheten Bileam ist etwas ganz Besonderes. Sie ist ein Tier, über das in der Bibel geschrieben wird, dass sie Gott eher erkennt, als der Prophet selbst“, sagt Pfarrer Wagner. (Lukas Fleischmann)

Der Autor
Lukas Fleischman
Radio-Redaktion
l.fleischmann@st-michaelsbund.de


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