Volksbegehren Artenvielfalt Bienenparadies in Vagen

01.02.2019

Noch bis Mitte Februar können sich Unterstützer in die Listen für das Volksbegehren Artenvielfalt eintragen. Damit wollen die Initiatoren den Kampf gegen das Artensterben aufnehmen. In Vagen wird schon seit einiger Zeit daran gearbeitet.

Der Blühstreifen der Gruppe "Laudato Si" - noch ganz am Anfang © Steger-de Gruyter

Vagen – „Laudato Si“ heißt eine Gruppe, die sich in der Pfarrei Vagen (Dekanat Bad Aibling) gegründet hat, genauso wie die Umweltenzyklika von Papst Franziskus. Die engagierten Umweltschützer haben sich vor allem den Schutz der Biene, speziell der Wildbiene auf die Fahnen geschrieben. Bereits 2017 hat die Kirchenverwaltung dafür ein geeignetes Grünflächenstück neben dem Pfarrsaal zu Verfügung gestellt. Und im vergangenen Sommer wuchsen die Wildblumen hier fast mannshoch, erzählt Uta Steger-de Gruyter von der Gruppe Laudato Si, die perfekte „Bienenweide“. Ein Hingucker: das „Bienenhotel“, gebaut von Konrad Steger senior. Es sieht aus wie ein Vogelhäuschen, in die Holzwände sind kleine Löcher für den Ein- und Ausflug der Wildbienen gebohrt. Noch ist es nicht sehr belebt, das dauert, erzählt Uta Steger-de Gruyter. Denn 80% der Wildbienen nisten im Boden. Hilfe beim Aufbau des Bienenhotels und dem Anlegen der Bienenweide bekam die Gruppe Laudato Si von Firmlingen aus der Pfarrei. Mit der Umweltinitiative folgt Vagen auch der Ermutigung des Diözesanrates, zum Schutz von Bienen und Insekten bewusst auf Kirchengrund Blumen und Kräuter wachsen zu lassen.

Firmlinge beim Verschönern des Bienenhotels © Steger-de Gruyter

Wildblumensamen und Aktionen für Kinder

Im vergangenen Sommer hat „Laudato Si“ beim Pfarrfest auch Samenpäckchen verschenkt und Werbung dafür gemacht, in den heimischen Gärten und auf den Balkonen Wildpflanzen zu säen. Auch die örtlichen Gärtnereien haben die Aktion unterstützt. Der Plan für 2019: weil die Bienenweide nicht weit weg von der Grundschule liegt, will Steger-de Gruyter auch die Kinder miteinbeziehen. Zusammen mit dem Obst- und Gartenbauverein hat sie vor, den Schülern nahe zu bringen, wie wichtig Artenvielfalt ist und welche Bedeutung die Bienen für die gesamte Natur haben.

Aufruf zur Unterschrift für das Volksbegehren

„Laudato si“ unterstützt auch das Volksbegehren Artenvielfalt, das jetzt in Bayern angelaufen ist. Uta Steger-de Gruyter ist von der Wichtigkeit der Aktion überzeugt: „Ich befürchte, dass wenn die Artenvielfalt nicht wieder zunehmen kann, letztlich auch der Ackerbau mit immer weniger Erträgen rechnen muss. Die Artenvielfalt gewährleistet eben auch einen gesunden Bodenaufbau. Vom Vogel, über die Bienen und Wildbienen, Insekten bis zum Regenwurm und Kleinstlebewesen im Boden, alles ist voneinander abhängig.“ Die Vagenerin ruft vehement dazu auf, das Volksbegehren zu unterschreiben. Die Initiative fordert unter anderem mindestens 30 Prozent Bio-Landwirtschaft in Bayern bis 2030 und Abstandsflächen von fünf Metern zu Gewässern, auf denen weder gepflügt noch Pestizide gespritzt werden dürfen. Die Meinungen über den Sinn des Volksbegehrens gehen stark auseinander: ein großer Teil der Bauern hat die Befürchtung, dass mit einer veränderten Landwirtschaft die Kosten für jeden einzelnen Hof stark steigen werden. Außerdem wehren sich Bauernvertreter entschieden dagegen, als alleinige Verursacher des Artensterbens hingestellt zu werden. Uta Steger-de Gruyter plädiert dafür, unaufgeregt miteinander zu diskutieren: „Wir sollten uns nicht gegeneinanderstellen. Die Artenvielfalt ist lebensnotwendig, auch für die Bauern.“

Der Autor
Willi Witte
Radio-Redaktion
w.witte@st-michaelsbund.de


Das könnte Sie auch interessieren

Mehr Hummelflug über Bayerns Felder und Fluren fordert das Volksbegehren.
© imago

Volksbegehren wird Gesetz Umweltschutz in Bayern soll höchste Priorität bekommen

Das Volksbegehren "Rettet die Bienen" ist am Ziel: Die bayerische Staatsregierung will den Gesetzentwurf annehmen - und in Sachen Umweltschutz weitere Maßnahmen einleiten.

04.04.2019

© Imago

Volksbegehren "Rettet die Bienen" Forderungen an dich und mich

Wenn wieder mehr Insekten durch unsere Landschaft schwirren sollen, dann bedeutet das größere Opfer als wieder öfter die Windschutzscheibe putzen zu müssen.

28.01.2019

Jetzt neu für Rosenheim: Der mk-online Newsletter

Wir informieren Sie über Aktuelles, Gottesdienste, besondere Veranstaltungen und Neues aus Religion und Gesellschaft.
Jetzt abonnieren