Ausstellung Bildung und Bewegung mit Heiligen

16.06.2017

Kirchen, und vor allem deren Heilige, entlang der Würm zeigt eine Fotoausstellung im Bürgerzentrum des Pasinger Rathauses. Wer sie entdecken will, kann das sowohl dort tun oder aber sich einen Führer mitnehmen und eine Radtour entlang des kleinen Flusses machen.

Mit dem Führer kann man sich in der Ausstellung und dem Radweg entlang der Würm orientieren. © SMB/SSchmid

München/Karlsfeld/Starnberg – Die Würm ist ein knapp 40 Kilometer langer Fluss vom Starnberger See bis zur Amper, der in der Eiszeit entstand. Und entlang dieses Flusses stehen viele, viele Kirche und in diesen viele, viele Heilige. Bekannte sind darunter, wie der Heilige Petrus oder die Heilige Barbara, aber auch weniger Bekannte wie der Heilige Achatius oder der Heilige Ivo. Zu sehen sind die jetzt in der Ausstellung „Unsere Heiligen entlang der Würm“. Gestaltet haben sie der Kunstlehrer Michael Meuer und die Fotografin Sonja Lhota. „Ich habe in den Kirchen immer wieder erlebt, dass die Menschen begeistert die Heiligenfiguren betrachten, neugierig sind, aber nicht wissen, um wen es sich da handelt. Wir wollen den Menschen das Volkstümliche der Religion wieder nahebringen“, erzählt der Lehrer.

Vom Würmsee zur Amper

Der Schwerpunkt wird bei der Ausstellung deshalb auch nicht auf die Kunstgeschichte gelegt, sondern die Anordnung der Bilder folgt den topographischen Gegebenheiten. Begonnen wird in Starnberg, am „Würmsee“, und folgt den Ortschaften des ältesten bayerischen Siedlungslandes, Würm abwärts, in Richtung Amper bis Allach. Es werden 63 großformatige Bilder der Heiligenfiguren gezeigt und dazu kleinere Bilder ihrer Attribute. Diese werden in wenigen Sätzen erklärt. Genauso kurz gehalten ist de Kurzbiographie der Heiligen.

Ausstellung: "Unsere Heiligen im Würmtal" im Bürgerzentrum Pasing, Landsberger Straße 486, bis 31. Juli, Öffnungszeiten: Montag, Dienstag und Freitag von 7.30 bis 12 Uhr, Dienstag von 8.30 bis 12 Uhr und 14 bis 18 Uhr, Donnerstag 8.30 bis 15 Uhr, Samstag und Sonntag geschlossen

Eine Begleitbroschüre ergänzt die Ausstellung und kann gut auf eine Radtour entlang der Würm mitgenommen werden. Dann kann man sich unterwegs die Heiligenfiguren „live“ ansehen und einiges dazu nachlesen. Hier erfährt man viele „Basics“ zu den Heiligen, zum Beispiel, warum der Heilige Christopherus Autofahrer beschützt oder die Heilige Magareta zu den 14 Nothelfern zählt. „In der Broschüre sind allerdings die Heiligen nicht topographisch geordnet, sondern nach Ordenheiligen, Bäuerlichen Heiligen, Märtyrern, Nothelfern und so weiter“, erklärt Meuer. Das diene dazu, dass man die Broschüre nicht nur an der Würm, sondern auch bei anderen Kirchenbesuchen nutzen könne.

Hotspots in Pfarrkirchen

Genau deshalb wird neben einer Kurzgeschichte des Würmtals im Heft auch ein kurzer Abriss der Kunstgeschichte gegeben und es gibt ein kurzes Kirchen-Einmaleins. „Welche Kirchentypen gibt es?“ oder „Welche Altarformen findet man vor?“ sind ein paar der darin behandelten Fragen. Ganz besonders ist auch der Kirchengrundriss in der Mitte des Heftes. Die Autoren erklären dabei die „Hotspots“ einer normalen Pfarrkirche von der Apsis bis zu den Wandbildern. Damit kann man in jeder Kirche die Gestaltungsschwerpunkte besser verstehen. „Beispielsweise, wenn man die Orgel anschaut. Da gibt es immer eine Abbildung von König David an der Harfe, der Heilige Cäcilia an der Orgel oder von musizierenden Engeln“, erklärt Meuer.

Die Ausstellung und der Führer sind also ein guter Überblick über die Kunst- und kulturgeschichtlichen Basics einer jeden Kirchen, laden aber auch dazu ein die Kirchen und deren Heilige im Würmtal aktiv – ob mit Rad oder zu Fuß zu entdecken. (Stefanie Schmid)

Die Ausstellung entstand anlässlich des 40-jährigen Jubiläums des Vereins Pasinger Mariensäule e.V.. Der Verein wurde vor 40 Jahren gegründet mit dem Ziel die Pasinger Mariensäule, die seit der Räterepublik in der Obhut der Englischen Fräulein stand, wieder der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Obwohl, oder gerade weil, dieses Ziel bereits nach drei Jahren erfolgreich erreicht wurde, engagiert sich der Verein weiterhin für das gesellschaftliche und kulturelle Leben im Münchner Westen.

Die Autorin
Stefanie Schmid
Radio-Redaktion
s.schmid@st-michaelsbund.de


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