Biotope des Glaubens

02.12.2017

Weihbischof Wolfgang Bischof ist seit Ende September mit rund 1.250 Personen im Dekanat Traunstein zusammengetroffen. Wie er seine Pastoralvisitation dort erlebt hat, verrät er im Interview.

Weihbischof Wolfgang Bischof besuchte bei seiner Visitation auch die Erzbischöfliche Maria-Ward-Mädchenrealschule Traunstein-Sparz.
Weihbischof Wolfgang Bischof besuchte bei seiner Visitation auch die Erzbischöfliche Maria-Ward-Mädchenrealschule Traunstein-Sparz. © Kiderle

mk online: Herr Weihbischof, Sie waren in den vergangenen beiden Monaten während Ihrer Pastoralvisitation an vielen Orten im Dekanat Traunstein. Was hat Sie am stärksten beeindruckt?

Weihbischof Bischof: Das große und hohe Engagement, das ich im Dekanat Traunstein wieder erleben durfte – sowohl bei den Hauptamtlichen, die mit großer Begeisterung ihren Dienst in der Verkündigung tun, wie bei den vielen Ehrenamtlichen, die auf ihre Weise das Evangelium mit Leben erfüllen.

mk online: Hat Sie auch etwas nachdenklich gestimmt?

Weihbischof Bischof: Die Fragen, die in den vielen Gesprächen immer wieder gestellt wurden, ich bin ja ungefähr mit 1.250 Menschen in Kontakt gekommen. Eine große Frage war, wie der Glaube an die nächste Generation weitergegeben werden kann. Für mich war ganz wichtig, darauf zu sagen: Es ist nicht unsere Aufgabe zu ernten, es ist unsere Aufgabe zu säen. Das kann und muss jeder immer wieder tun – mit dem Beispiel des eigenen Lebens, mit der eigenen Überzeugung und durch einen offenen und ehrlichen Umgang mit den Problemen der Kinder, der Jugendlichen, der jungen Erwachsenen und der Familien.

mk online: Das heißt, es ging auch um die Zukunft der Pastoral im Dekanat Traunstein …

Weihbischof Bischof: Natürlich ging es auch um diese Fragen. Wo sind die Konzentrationspunkte? Wo sind die schon vorhandenen Biotope des Glaubens, auf die wir aufbauen können? Da haben wir sehr viele gefunden.

mk online: Was nehmen Sie für sich persönlich von dieser Pastoralvisitation mit?

Weihbischof Bischof: Für mich war das eine sehr erfüllte und informative Zeit. Ich nehme einen gereifteren Blick auf dieses Dekanat mit. Manches hat sich für mich klarer herauskristallisiert, etwa, was es heißen wird, wenn wir einen Campus in Traunstein-St. Michael haben werden. Ich habe erlebt, dass Kirche vor Ort wirklich lebendig ist, auch wenn sich manche Formen verändern. Zum Beispiel sehe ich ein unwahrscheinliches Potential in der Fülle von Frauen und Männern, die sich als Gottesdienstleiter engagieren. (Interview: Karin Hammermaier)


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