Treffen der Freisinger Bischofskonferenz Bischöfe gegen Mittelkürzungen für minderjährige Flüchtlinge

11.11.2016

In Freising ist am Donnerstag das Treffen der bayerischen Bischöfe zuende gegangen. In drei Tagen berieten die Oberhirten zu den Themen Flüchtlinge, KU Eichstätt-Ingolstadt, Religionsunterricht und 100 Jahre Patrona Bavariae.

Kardinal Reinhard Marx
Kardinal Reinhard Marx © SMB/Biermann

Freising – Die bayerischen Bischöfe warnen erneut vor Kürzungen staatlicher Mittel für die Betreuung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge und junger Erwachsener. Unter diesen seien besonders viele junge Männer, die Gefahr laufen könnten, in die falschen Fänge zu geraten, sagte der Vorsitzende der Freisinger Bischofskonferenz, der Münchner Kardinal Reinhard Marx, am Donnerstag in Freising. Anlass war der Abschluss der Herbstvollversammlung der Freisinger Bischofskonferenz.

Marx ergänzte, es gehe nicht in erster Linie darum, dass die besonders Schutzbedürftigen sich radikalisieren könnten. Ihnen müsse geholfen werden, stabil zu werden und in der Gesellschaft Fuß zu fassen. Zugleich gehe es darum, den jungen Leuten eine entsprechende Werteorientierung zu vermitteln. Die Bischöfe seien der Auffassung, "dass alle menschenmöglichen Anstrengungen unternommen werden sollten, um diese jungen Menschen in unsere Gesellschaft zu integrieren". Unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen dürften dabei aber nicht gegeneinander ausgespielt werden.

Integration sei ein "großes Wort, leicht ausgesprochen, schwer umgesetzt", räumte Marx ein. Die Kirche wolle ihren Teil dafür leisten und könne aus ihren eigenen Erfahrungen mit Priestern und Ordensleuten aus anderen Kulturkreisen zumeist Positives berichten. In Einrichtungen der bayerischen Caritas gibt es den Angaben des Kardinals zufolge gegenwärtig rund 3.000 Plätze für unbegleitete minderjährige Asylsuchende, 2015 waren es 2.500. Zugleich dankten die Bischöfe allen Helfern in Kirchen und Gesellschaft bei der Betreuung und Integration der Flüchtlinge.

Leuchtturm für wissenschaftliche Arbeit

Zufrieden haben sich die bayerischen Bischöfe über die Rekorde bei Studenten sowie Fördermitteln an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) gezeigt. "Wir sind jetzt in einer guten Spur", sagte Marx. Die KU zeige, dass die katholische Kirche im Freistaat einen Leuchtturm für die wissenschaftliche Arbeit habe. Dabei würdigte er auch die engagierte Arbeit des Augsburger Weihbischofs Anton Losinger als KU-Stiftungsratschef.

Positiv sieht Marx außerdem, dass die Vernetzung der katholischen Hochschullandschaft in Bayern voranschreitet. So haben die Leitungen der KU, der von den Jesuiten getragenen Hochschule für Philosophie (HfPh) in München und der dortigen Katholischen Stiftungsfachhochschule (KSFH) eine Kooperationspartnerschaft ins Leben gerufen. Deren Bestandteile sind ein Promotionsprogramm sowie ein Zentrum für Ethik der Medien und der digitalen Gesellschaft. Gerade letzteres sei ein wichtiges Thema für die Zukunft, sagte der Kardinal mit Blick auf den zurückliegende US-Wahlkampf. Die Auftaktveranstaltung der Kooperation ist für 30. November geplant.

Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle und Kardinal Reinhard Marx haben einen Vertrag zur Besoldung kirchlich angestellter Religionslehrer an Grund- und Mittelschulen unterzeichnet. © SMB/Biermann

Gute Zusammenarbeit zwischen Kirche und Freistaat

Der Freistaat Bayern und die katholische Kirche haben einen Vertrag zur Besoldung kirchlich angestellter Religionslehrer an Grund- und Mittelschulen unterzeichnet. Die Refinanzierung der Lehrkräfte ist damit neu geregelt worden. Marx zeigte sich dankbar für die "gute Zusammenarbeit zwischen Kirche und Freistaat". Der Religionsunterricht sei gerade im Hinblick auf die Werteorientierung in dieser Zeit besonders wichtig.

Viele Kirchenmitarbeiter ermöglichten es mit den staatlich angestellten Lehrern, dass an den Schulen Religionsunterricht "im erforderlichen Umgang erteilt werden kann", erinnerte Marx. Der Vertrag wurde im Rahmen des Freisinger Bischofstreffens mit Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) unterzeichnet.

Abschluss von 100 Jahre Patrona Bavariae in München

Mit einem großen zweitägigen Marienfest in der Münchner Innenstadt soll im Mai 2017 die 100-Jahrfeier der Erhebung der Muttergottes zur Patronin Bayerns zu Ende gehen. Die Gläubigen seien am 12. und 13. Mai unter dem Leitwort "Mit Maria unterwegs – mitten im Leben" eingeladen, erklärte Marx. Die Festreihe hatte 2011 begonnen und führte durch alle sieben Diözesen im Freistaat. Maria war 1917 zur "Patrona Bavariae" ernannt worden. Die Feierlichkeiten sollten ein offenen Bekenntnis dafür werden, wofür die Kirche stehe, sagte Marx. Er hoffe auf ein "frohes und mutmachendes Fest" für Kirche, Stadt und Freistaat.

Als Abschluss und Höhepunkt sollen am 13. Mai sieben Prozessionszüge sternförmig zum Münchner Marienplatz ziehen, wo eine Eucharistiefeier vorgesehen ist. Ein ganztägiges Rahmenprogramm an verschiedenen Orten ergänzt den Angaben zufolge die Veranstaltung. Dazu gehören ein alpenländisches Marienoratorium im Dom, eine Marienweihe an der Mariensäule und eine Anbetung in der Heilig-Geist-Kirche am Viktualienmarkt. In einem kirchlichen Zentrum in München-Haidhausen gibt es eine Maiandacht für junge Leute, auf dem Odeonsplatz findet ein großes Jugendzeltlager der Pfadfinder statt. (KNA)

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