Kreuze in bayerischen Dienstgebäuden Bischof Oster sieht Chance in bayerischem Kreuz-Erlass

16.05.2018

Seit Wochen sorgt ein Erlass der bayerischen Landesregierung für Diskussionen. Nun äußerst sich auch der Passauer Bischof Stefan Oster.

Bischof Stefan Oster hat sich auf seinem Blog zu dem Kreuz-Erlass geäußert.
Bischof Stefan Oster hat sich auf seinem Blog zu dem Kreuz-Erlass geäußert. © imago

Passau – Der Passauer Bischof Stefan Oster schlägt in der Kreuz-Debatte einen versöhnlichen Ton an. "Ich freue mich über jedes Kreuz, das ich in Bayerns Ämtern, Behörden, staatlichen Stellen sehe", schreibt Oster am Dienstag auf seinem Blog. Über die Motive hinter dem Erlass lasse sich freilich streiten. Er wolle dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) jedoch unterstellen, "dass er für das Land und seine Bewohner das Gute will".

Menschenwürde, Nächstenliebe, Toleranz

Seit Wochen sorgt ein Erlass der bayerischen Landesregierung unter Söder (CSU) für Diskussionen, wonach ab 1. Juni ein Kreuz im Eingangsbereich aller Dienstgebäude des Freistaats hängen soll. Oster betonte, auch er verstehe das Kreuz als Zeichen der Erinnerung an Menschenwürde, Nächstenliebe und Toleranz, wie Söder den Beschluss erklärt hatte - "aber eben auch weiter und tiefer: Es steht auch für die Gottesliebe, für die Erlösungsbedürftigkeit des Menschen, für den Sieg Jesu über Sünde und Tod, für den offenen Himmel, für die Gemeinschaft der Glaubenden, für das Zusammen von Himmel und Erde, von Menschheit und Gott, dem Vater aller Menschen".

Kreuz ist auch „unbequem“

Wer das Kreuz ernst nehme, bemerke schnell, "dass es auch unbequem ist" und zu Demut, Gottes- und Nächstenliebe herausfordere, so der Bischof weiter. Das christliche Menschenbild, "der Mensch in seiner Würde und Freiheit, sollte Fundament allen politischen Handelns sein". Das Kreuz könne "gerade in schwierigen Zeiten daran erinnern, dass das auch so bleiben soll", erklärt Oster. Wenn Politiker und Staatsbedienstete sich von dieser Haltung leiten ließen, sei dies "für unser Land sicher eher zum Segen als zum Schaden". (kna)

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Kreuz-Debatte

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