Bistum Passau Bischof Schraml nicht mehr Apostolischer Administrator

02.09.2013

Papst Franziskus hat Bischof Wilhelm Schraml vom Amt als Apostolischer Administrator des Bistums Passau entpflichtet. Das gab die Diözese am Montag bekannt. Innerhalb von acht Tagen muss das Domkapitel laut Kirchenrecht nun einen Diözesanadministrator wählen.

Bischof Wilhelm Schraml (rechts) mit dem Apostolischen Nuntius in Deutschland, Erzbischof Jean-Claude Périsset (Archivbild: Georg Walser)

Die Entscheidung sei dem Passauer Dompropst Hans Striedl aus dem Vatikan mitgeteilt worden, berichtet die Pressestelle des Bistums. Striedl habe das Domkapitel darüber informiert und betonte: "Wir hoffen, dass diese Übergangslösung nur von kurzer Dauer ist."

Der Diözesanadministrator leitet das Bistum bis ein neuer Bischof "von der Diözese Besitz ergriffen" hat, wie das Kirchenrecht formuliert. In der Zeit der Sedisvakanz darf in der Diözese nichts Wesentliches geändert werden.

Bischof Schraml hatte 2010 Papst Benedikt XVI. seinen Rücktritt angeboten. Dieser nahmt das Angebot zum Amtsverzicht damals nicht an. Bischof Schraml blieb so bis zum Oktober 2012 Bischof von Passau. Zu diesem Datum nahm Papst Benedikt XVI. schließlich den Amtsverzicht des Bischofs an und ernannte ihn zum "Apostolischen Administrator des Bistums Passau". Als solcher leitete er "mit allen bischöflichen Rechten und Pflichten" die Diözese Passau. Vor wenigen Wochen hat Bischof Schraml seinen Altersruhesitz in Altötting bezogen.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, würdigte den langjährigen Passauer. In einem am Montag in Bonn veröffentlichten Dankesschreiben hob er dessen Einsatz für die Glaubensverkündigung hervor. Unermüdlich habe der heute 78-Jährige weit über die Altersgrenze hinaus den Glauben verkündet und vor allem junge Menschen ermutigt, ihren Weg mit Gott zu finden: "Sein persönliches Zeugnis für die Kirche und seine klaren Worte in die Gesellschaft hinein, waren sein Markenzeichen."

Im Namen der bayerischen Bischöfe hat Kardinal Reinhard Marx den langjährigen Passauer Bischof Wilhelm Schraml gewürdigt: " In seinem pastoralen Wirken lagen ihm die sozialen Fragen besonders am Herzen". Die bayerischen Bischöfe schätzten an ihm seine altbayerische kernige Frömmigkeit, seinen Humor und seine klare katholische Orientierung, erklärte der Vorsitzende der Freisinger Bischofskonferenz weiter.

Der 1935 in Erbendorf in der Oberpfalz geborene Schraml empfing 1961 die Priesterweihe in Regensburg. Nach Jahren als Pfarrer und Diözesan-Präses der Kolpingfamilie wurde er 1983 Domkapitular und schließlich 1986 Weihbischof in Regensburg. 2001 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Bischof von Passau. Für seinen Einsatz wurde Schraml unter anderem mit dem Bayerischen Verdienstorden ausgezeichnet. (iop/kna/ksc)


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