70 Jahre Turmmusik Bläser geleiten die Rimstinger zur Christmette

22.12.2017

Seit 1947 erklingt vom Rimstinger Kirchturm am Heiligen Abend Blasmusik. Warum diese Tradition entstanden ist und wie sie bis heute gepflegt wird, lesen Sie hier.

Florian Küncner (links) und seine Kollegen auf dem Rimstinger Kirchturm
Florian Küncner (links) und seine Kollegen auf dem Rimstinger Kirchturm © Bauer

Rimsting – Wenn weihnachtliche Klänge weithin übers Dorf zu hören sind, dann ist in dem oberbayerischen Rimsting am Chiemsee wieder Heiliger Abend. Seit 70 Jahren gibt es in dem 400-Seelen-Ort schon die schöne Tradition der Turmmusik. Fünf Bläser steigen alljährlich auf den Kirchturm und geben den Kirchgängern und Dorfbewohnern ein halbstündiges Konzert aus alten bayerischen Weihnachtsliedern und Bläserstücken – so auch heuer an Heiligabend, Sonntag, 24. Dezember, ab 22 Uhr.

1947 hatte der damalige Kirchenpfleger Sebastian Grießl die Idee, „seinen“ Rimstingern zwei Jahre nach dem Krieg etwas Besonderes zu bieten. Die Priener Musiker Albert Hefter, Hermann Deiss, Florian Rauch und Alois Schlemer stiegen das erste Mal mit ihren Blasinstrumenten auf den Turm und erfreuten mit weihnachtlicher Musik die Christmetten- Besucher. Die Rimstinger Turmmusik war geboren. 1958 übernahm der Priener Musiker Peter Huber aus Siegharting die Organisation.

Musizieren im Dunkeln

Nur einmal wäre die Turmmusik beinahe „gestorben“. 2003 beendete die Pfarrei die Finanzierung und damit die Turmmusik. Doch ein paar Rimstinger – federführend Christa Bauer, die Tochter von Kirchenpfleger Grießl, und Lorenz Prankl – wollten die alte Tradition weiterführen und gründeten den „Freundeskreis Turmmusik“. 25 Mitglieder hat der Kreis inzwischen und sorgt seit 2006 für die Finanzierung. So werden auch dieses Jahr Florian Küncner, Franz Pramts, Josef Perreiter, Stefan Hofmann und Organisator Huber wieder den Turm erklimmen. In dieser Besetzung spielen die Herren nun seit 2006. Auch wenn es schon manchmal eine „recht verzwickte Sache“ ist, kommt doch nur noch Huber aus Prien. Der Rest hat bis zu 30 Kilometer Anreise.

Als „Höchstleistung“ beschreibt Huber auch den Aufstieg auf den Turm – muss man doch wissen, dass der jüngste Musikant 70 und der älteste 82 Jahre alt ist. Auf dem Turm ist es dann eng. „Da blast ma dem anderen halt direkt ins Ohr“, erzählt Huber. Aber „wir haben die tollsten Erinnerungen“ – ob es das dichte Schneetreiben war, der neue Anorak, der von der Glockenkettenschmiere ruiniert wurde, oder das ausgefallene Licht, das Musizieren im Dunkeln zur Folge hatte. „Es macht halt einfach Spaß“, beschreibt Huber den Einsatz. Die Musiker spielen inzwischen übrigens mit Stirnlampen. (Yvonne Feichtner)


Das könnte Sie auch interessieren

Jeden Tag ein Türchen - auch im MKR-Adventskalender.
© mahony - stock.adobe.com

München am Mittag Täglich gewinnen!

Im Radioadventskalender des MKR können Sie jeden Tag tolle Preise gewinnen. In "München am Mittag" erfahren Sie, was Sie dafür tun müssen.

05.12.2019

Zu Weihnachten hängen die Holzschnitzereien am Christbaum.
© Fürmann

Weihnachtsschmuck Kunsthandwerk aus Berchtesgaden

Der Weihnachtsschmuck aus Holz hängt oft in Form von Engeln, Schlitten oder Sternen am Christbaum. Das Handwek hat eine jahrhundertelange Tradition. Den Ursprung hat es in Berchtesgaden.

20.12.2017

Jetzt neu für Rosenheim: Der mk-online Newsletter

Wir informieren Sie über Aktuelles, Gottesdienste, besondere Veranstaltungen und Neues aus Religion und Gesellschaft.
Jetzt abonnieren