Neue Videoinstallation in Sankt Paul Blick in die Zukunft

30.09.2016

Nach der „Gegenwart“ kommt die „Zukunft“ - auch bei der Videoinstallation von Stefan Hunstein. Seit Donnerstagabend ist in Sankt Paul die „Zukunft“ angebrochen…

Fotokünstler Stefan Hunstein vor seiner Installation © Sankt Michaelsbund

München – Sieben Monitore hängen nebeneinander in Sankt Paul – darauf je ein Gesicht eines Jugendlichen. Sie kommen aus unterschiedlichen Kontinenten, aber ihr Blick ist ähnlich, nach unten gerichtet, auf ein helles Licht, dass kalt von unten auf sie scheint. Das Licht fesselt ihre Aufmerksamkeit. Ob sie auf das Licht schauen, was das Licht darstellt oder, ob sie in sich selbst hineinschauen – das lässt Schauspieler und Künstler Stefan Hunstein den Betrachter entscheiden. Die Jugendlichen stehen an der Schwelle des Erwachsenwerdens. Sie sind für den Künstler die Zukunft und daraufhin scheint auch ihr Blick gerichtet. Sie sind die logische Folge seiner Installation „Gegenwart“ auf der erwachsene Männer zu sehen waren.

Auch diesmal hat Hunstein wieder viel mehr Menschen aufgenommen, als in der Installatino zu sehen sind. Schwierig sei es diesmal gewesen, erzählt der Künstler, die sieben auszuwählen, die in Sankt Paul hängen. Denn natürlich seien die Bilder auch „ein Kunstwerk“, die Bilder sollten zusammenpassen, eine Gruppe bilden, ohne sich zu ähnlich zu sein. Daran habe er sehr lange gefeilt, so Hunstein.

Grenze von der Fotografie zum Videofilm

Interessant ist auch die Technik. Erstmal denkt der Betrachter, es handelt sich um Monitore mit Porträts, wenn auch Blickrichtung und Beleuchtung nicht einem klassischen Portrait entsprechen. Dann jedoch bewegen sich die Gesichter fast unmerklich, ein Wimpernschlag zum Beispiel. Damit seien seine Wekre an der Grenze von der Fotografie zum Videofilm, eine Technik, die ihn sehr reize, erzählt der Künstler.

Begeistert ist auch Pfarrer Rainer Hepler von der Kunstpastoral des Erzbistums. Ihn erinnern die Portraits an die Weihnachtsbilder alter Meister, bei denen die Lichtquelle vom Jesuskind ausgehe und auf die Gesichter der Umstehenden scheine. Hepler erklärt: „Die Menschen schauen in diesen Weihnachtsbildern auf Jesus, der im Johannisevangelium als "das Licht der Welt" bezeichnet wird. Was auf den modernen Bildern von Hunstein die Lichtquelle darstellen soll, bleibt bewusst offen. Der Betrachter stellt sich möglicherweise Fragen wie, womit unsere Kinder aufwachsen, welchen Horizont, welche Werte und welche Zukunft sie haben? Die Bilder zeigen Kinder mit schon erwachsenem Blick, vieles bleibt dabei ein Geheimnis und das zu zeigen, darum geht es Stefan Hunstein. (Stefanie Schmid)

Die Ausstellung „Zukunft“ des Künstlers Stefan Hunstein ist bis zum 28. Februar 2017 täglich von 8.30 bis 17.00 Uhr in Sankt Paul zu sehen. Bei der „Langen Nach der Museen“ wird es zum Thema „Erleuchtung“ von 19.30 Uhr bis 20.30 Uhr eine Live-Performance von Stefan Hunstein geben, dabei wird er 50 Jugendliche einbinden, die Videoinstallation „Zukunft“ ist dann bis 1.00 Uhr zu sehen. Am 16.10 um 12 Uhr gibt es nach der Eucharistie eine Bildbetrachtung mit Künstlergespräch. Eucharistiefeiern mit Bildbetrachtung zur Installation gibt es jeweils am Sonntag den 16.10, den 4.12 und den 18.12 um 20.15 Uhr.


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