Spionage-Technik in Münchner Frauenkirche BND will Funkanlage noch vor Ostern entfernen

25.03.2018

Nun ist auch bekannt, für welchen Zweck die Anlage genau verwendet wurde.

Im Südturm des Liebfrauendoms gibt es keine Technik des BND.
Im Südturm des Liebfrauendoms gibt es keine Technik des BND. © SMB/Schmid

Berlin/München – Der Bundesnachrichtendienst will seine Anlage aus dem Nordturm des Münchner Liebfrauendoms noch vor Ostern entfernen. Das teilte ein Sprecher der Bundesbehörde in Berlin der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Freitag mit. Der genaue Zeitpunkt werde mit Domdekan Lorenz Wolf als dem zuständigen Hausherrn abgestimmt. Es handle sich bei der Einrichtung um einen "Repeater", der schon seit 2011 nicht mehr genutzt werde.

Die Anlage sei "zu keiner Zeit geeignet" gewesen, fremde Funkverkehre abzuhören, heißt es in einer am selben Tag vom BND verbreiteten Pressemitteilung. Sie habe nur zur internen Kommunikation gedient und die Reichweite der genutzten Funkstrecken erhöht.

Gläubige waren empört

Vor einer Woche hatte das Magazin "Der Spiegel" über die bis dahin nicht öffentlich bekannte Funkanlage berichtet. Die Meldung hatte im In- und Ausland Aufsehen erregt. Gläubige und Teile der Münchner Öffentlichkeit reagierten mit Empörung.

Kirchenvertreter konnten zunächst nur die Existenz einer solchen Anlage bestätigen, nicht aber, wozu sie diene und seit wann sie sich in dem Turm befinde. Dazu lägen keine Unterlagen vor, hieß es. Geheimdienstexperten vermuten, dass die Anlage vor 1989 installiert wurde. Sie soll unter anderem auch der Überwachung von eigenen Mitarbeitern des BND gedient haben, die als Doppelagenten verdächtigt wurden. (KNA)


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