4. Dezember Bräuche und Legenden rund um die heilige Barbara

03.12.2019

Am Barbaratag werden traditionell Kirschzweige in die Wohnung gestellt. Woher dieser Brauch kommt, erläutert Anneliese Kunz-Danhauser.

Am 4. Dezember geschnittene Barbarazweige erblühen bei Zimmertemperatur an Weihnachten. © rissmannrissmann - stock.adobe.com

Rosenheim – Die Legende der heiligen Barbara entstand im siebten Jahrhundert im byzantinischen Raum mit etlichen Varianten. Ihr Name fehlt in den frühen Märtyrerlisten aus dem fünften und sechsten Jahrhundert. So kam sie 1969 nicht in den römischen Heiligenkalender aufgrund der nicht nachgewiesenen Historizität. Allerdings wurde sie wegen der bedeutenden Kulttradition 1972 in den Regionalkalender für das deutsche Sprachgebiet aufgenommen. Zunächst begann die Verehrung im 14. Jahrhundert in Sachsen, Schlesien, Böhmen, Tirol und breitete sich über den Alpenraum aus.

Unter den 14 Nothelfern gehört sie mit Katharina und Margareta zur Gruppe der drei heiligen Madln. Ihr Name leitet sich vom Griechischen bárbara, die Fremde, ab. Der Legende nach wurde sie von ihrem Vater selbst enthauptet, da sie nicht vom christlichen Glauben abließ, ebenso wenig einen heidnischen Mann heiratete, in ihrem Gefängnisturm sich taufen und als Zeichen der Trinität ein drittes Fenster im Turm anbringen ließ.

Patronin für Bergleute, Architekten und Maurer

Die am 4. Dezember geschnittenen Barbarazweige von Apfel- oder Kirschbäumen erblühen bei Zimmertemperatur an Weihnachten. Der Brauch bezieht sich auf die Legendenerzählung, in der die Heilige auf dem Weg ins Gefängnis mit ihrem Gewand einen Zweig abbrach, diesen mitnahm und mit Wasser benetzte. Am Tag ihres Todesurteils erblühte dieser. In eine ähnliche Richtung weist der Barbaraweizen, der auf einen Teller gesät wird und an Weihnachten in vollem Grün sprießt.

Das Patronat für die Bergleute bezieht sich auf die wunderbare Rettung in eine sich öffnende Felshöhle auf der Flucht vor ihrem Vater. Ebenso ist sie Patronin für die Architekten, Maurer und Zimmerleute sowie Fürsprecherin für Sterbende. Ihre Attribute sind der Turm mit drei Fenstern, der Kelch mit Hostie und die Fackel. (Anneliese Kunz-Danhauser ist Theologische Referentin im Bildungswerk Rosenheim)

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