Katholische Kirche feiert Marienfest Brauchtum rund um Mariä Himmelfahrt

15.08.2016

Einige in Deutschland können sich am Montag über einen freien Tag freuen. Da feiert die katholische Kirche das Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel. Hier finden Sie einige Bräuche rund um das Fest:

Am 15. August feiert die katholische Kirche die Aufnahme von Maria in den Himmel. (Bild: Sankt Michaelsbund)
Am 15. August feiert die katholische Kirche die Aufnahme von Maria in den Himmel. (Bild: Sankt Michaelsbund) (Bild: Sankt Michaelsbund) © Sankt Michaelsbund

München – Am 15. August feiert die katholische Kirche das Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel. Es ist eines der ältesten Marienfeste und hat seinen Ursprung im fünften Jahrhundert. In Deutschland wurde es 813 eingeführt. Tod und Himmelfahrt der Mutter Jesu sind allerdings nirgendwo im Neuen Testament erwähnt. Es existiert kein Grab, und es gibt keine Reliquien, so dass Maria an keinem konkreten Ort besonders verehrt werden könnte. Dennoch pflegt die römisch-katholische Kirche eine tiefe Marienverehrung.

Erntezeit steht unter dem Schutz der Gottesmutter

Hierzulande ist das Fest besonders in Süddeutschland mit zahlreichen Bräuchen verbunden. Einer davon ist die Segnung der „Kräuterbuschen“. Die Anzahl der Kräuter variiert je nach Region zwischen 7 und 77, darunter sind zumeist Johanniskraut, Kamille, Frauenmantel, Mariendistel, Baldrian und Lavendel, aber auch Dill, Pfefferminze und Salbei. Das Kräutersträußchen wurde früher mit nach Hause genommen und getrocknet, teils ins Futter des Viehs gestreut, teils unter die Frühlingssaat gemischt. Es sollte vor Krankheiten bewahren und Segen bringen. Ein weiterer Brauch ist, nach der Kräutersegnung Äpfel und Beeren rücklings hinter sich zu werfen. Das hängt mit der Erntezeit zusammen, die seit jeher unter besonderem Schutz der Gottesmutter stand.

Engel sollen Maria in den Himmel begleitet haben

Gepflegt wird auch die Feier des so genannten Frauendreißiger, die am 15. August beginnt. Vorzugsweise in Marienkirchen treffen sich 30 Tage lang Gläubige zum Gebet und zu Prozessionen. In die Zeit fällt das Fest der Geburt Mariens am 8. September sowie Mariä Namen am 12. September.In Siena wird der berühmte Palio, das Pferderennen um den Hauptplatz, an Mariä Himmelfahrt ausgetragen. 1260 hatte die Stadt sich in höchster Not dem Schutz der heiligen Jungfrau unterstellt und im Kampf um die Unabhängigkeit von Florenz gesiegt.

Marias Leichnam schwang sich der Überlieferung nach in strahlender Lichtaura, von Engeln unterstützt, in den Himmel empor. Genau so sehen die meisten künstlerischen Darstellungen der Himmelfahrt Mariens aus. In Deutschland sind sie am häufigsten in bayerischen Barockkirchen anzutreffen. Der spanische Barockmaler Bartolome Esteban Murillo schuf um 1675 eine Darstellung, die heute in der Eremitage in St. Petersburg hängt. Zu den schönsten Gemälden zählt Tizians sogenannte Assunta in der venezianischen Kirche Santa Maria Gloriosa. (jsw)

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