Weihnachtspostfilialen warten auf Wunschzettel Briefe an Christkind, Weihnachtsmann und Nikolaus

18.11.2020

Hunderttausende Briefe werden alleine in Deutschland jedes Jahr zur Weihnachtszeit an Christkind und Weihnachtsmann geschickt. In den Weihnachtspostämtern wird jede Zuschrift beantwortet.

In den Weihnachtspostämtern wird jede Zuschrift beantwortet.
In den Weihnachtspostämtern wird jede Zuschrift beantwortet. © fotolia.com/tournee

Bonn - Wer seine Weihnachtswünsche direkt an höchster Stelle abgeben möchte, kann einen Brief an eines der sieben Weihnachtspostämter in Deutschland richten. Auch wenn ein persönlicher Besuch vielerorts wegen der Corona-Pandemie nicht möglich ist, nehmen Christkind, Weihnachtsmann und Nikolaus die Zuschriften von Kindern aus aller Welt entgegen. Jeder Brief erhält eine Antwort, sofern er mit einer Absenderadresse versehen ist.

Bereits seit dem 12. November antwortet der Weihnachtsmann im brandenburgischen Himmelpfort auf die Zusendungen von Kindern. Hier trafen nach Angaben der Deutsche Post allein im vergangenen Jahr 294.000 Briefe ein, 14.000 davon aus dem Ausland. Kinder aus 65 Ländern teilten dem Weihnachtsmann ihre Wünsche mit. Er antwortet ihnen neben Deutsch auch in Englisch, Französisch, Spanisch und in Blindenschrift. 1984 kamen erstmals zwei Briefe aus Berlin und Sachsen nach Himmelpfort. Elf Jahre später musste die Post bereits zusätzliche Mitarbeiter einstellen, um den Andrang bewältigen zu können.

Älteste Filiale in Hildesheim

Auch im Hildesheimer Stadtteil Himmelsthür reagieren der Weihnachtsmann und neun Mitarbeiter ab dem 23. November auf Zusendungen. 2019 gingen dort knapp 50.000 Briefe ein, 1.500 von ihnen kamen aus dem Ausland. Mit ihren 52 Jahren sei die Weihnachtspostfiliale in Himmelsthür zudem die älteste ihrer Art in Deutschland, hieß es.

Seit 35 Jahren erreichen Kinder das Christkind im oberbergischen Engelskirchen. Im vergangenen Jahr haben laut Post rund 130.000 Mädchen und Jungen aus 50 verschiedenen Ländern einen Wunschbrief an die Filiale in Nordrhein-Westfalen geschickt. Die weiteste Strecke legten Briefe aus Neuseeland und Australien zurück. An manchen Tagen gehen 12.000 Briefe täglich ein.

In Himmelpforten bei Stade nimmt das Christkind ebenfalls Kinderwünsche entgegen. 2019 waren es knapp 32.000 Briefe, davon 2.000 aus dem Ausland. Neben dem Christkind seien dort rund 25 Helfer beschäftigt, um jede Zuschrift zu beantworten. Vor zwölf Jahren wurde das ehrenamtlich arbeitenden Team mit dem Niedersachsen-Preis für Bürgerengagement "Unbezahlbar und freiwillig" ausgezeichnet.

Einsendeschluss: Zehn Tage vor Heiligabend

Am ersten Advent zieht das Christkind zudem in die Weihnachtspostfiliale im bayerischen Himmelstadt. Bereits 1986 kamen rund 3.500 Weihnachtsbriefe im Postamt an, 2015 waren es schon 81.000. Wer bis zehn Tage vor Heiligabend an das Christkind schreibt, kann auf eine Antwort bis zum Weihnachtsfest hoffen.

Pünktlich zum Nikolaustag am 6. Dezember öffnet die Filiale in St. Nikolaus im Saarland die Pforten. Sie wurde 2005 offiziell eingerichtet, doch Briefe an den Nikolaus treffen hier schon seit 1966 ein. Letztes Jahr erreichten den Nikolaus 26.500 Zuschriften aus 77 Ländern. Mitarbeiter übersetzen die Antworten des Bischofs in verschiedene Sprachen.

Nikolaus ist "offline"

Nach Nikolausdorf bei Cloppenburg schickten Kinder vergangenes Jahr nach Angaben der Deutsche Post etwa 7.000 Briefe, knapp 700 von ihnen kamen aus dem Ausland. Ab dem ersten Advent werden sie unter Leitung von Hubert Weddehage beantwortet, der in diesem Jahr zum 50. Mal die Aktion koordiniert. Bereits mit 17 Jahren stieg er in das Weihnachtsgeschäft ein, das bis dahin von einem Hauptlehrer verantwortet wurde. Jeder Brief müsse von einem der 20 Ehrenamtlichen postalisch beantwortet werden. "Der Nikolaus ist offline und nicht online", erklärt Weddehage. "Wir wollen den Kindern im Namen des Heiligen Nikolaus eine Freude bereiten." (Annika Schmitz/kna)

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Advent & Weihnachten

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