Vom Main an die Isar Budde neuer Chef der Katholischen Akademie Bayern

08.02.2019

Seit Anfang Januar ist Dr. Achim Budde, der neue Direktor der Katholischen Akademie Bayern, bereits im Dienst. Jetzt tritt er offiziell die Nachfolge von Dr. Florian Schuller an.

Blickt mit Stolz und Freude auf seine neue Aufgabe: Dr. Achim Budde © SMB

München – Noch sind die Regale hinter dem Schreibtisch fast leer – Achim Budde muss noch ankommen an seiner neuen Wirkungsstätte. Der Liturgiewissenschaftler ist aber beileibe kein Neuling in der Bildungsarbeit: elf Jahre lang leitete er die katholische Bildungsstätte Burg Rothenfels in Unterfranken. Der Sprung von Unterfranken nach Oberbayern ist aber kein so großer, wie Außenstehende vielleicht denken. Seine Großeltern stammen aus München und Traunstein – die Verbindung zum Erzbistum München und Freising ist dem 49- jährigen quasi vererbt. Mit Frau und zwei kleinen Töchtern ist er jetzt in die Landeshauptstadt gezogen.

Mit der Leitung der Katholischen Akademie Bayern übernimmt Budde eine Einrichtung, die sich nach eigenem Bekunden als Forum der offenen Auseinandersetzung mit grundlegenden Fragen der Zeit versteht, auf der Basis des christlichen Glaubens. Als erster der bisher insgesamt vier Direktoren ist Achim Budde kein Geistlicher. Damit, sagt er, fallen einige Angebote weg, die die Akademie bisher auch für ihre Mitarbeiter hatte, wie die Rorate-Messen oder der Gottesdienst an Aschermittwoch. Dafür hat der neue Direktor das Stundengebet eingeführt, „der kleine Gottesdienst für zwischendurch“, wie er scherzhaft erklärt: mehr als ein Viertel der etwa 40 Mitarbeiter kommt jeden Morgen in der Kapelle zum Gebet zusammen. Weitere Spezialthemen, die der geborene Wormser aus seiner bisherigen Bildungsarbeit mitbringt: Liturgie, Ökumene und Kulturgeschichte.

Festhalten will Budde an der bisherigen Ausrichtung der Akademie: „Der Auftrag ist die Debatte. Dafür ist es wichtig, dass wir einen guten Namen haben und dass jeder mit seiner Meinung herkommen kann.“ Dazu gehöre auch, sagt der Direktor, dass die Kirche nicht immer schon alle Wahrheiten und Lösungen parat habe, sondern auch von der Welt lernen könne. Dafür biete die Akademie einen Raum. Über sein Eröffnungsreferat am Abend der Einführung ins Amt hat Budde deswegen auch das Wort des Apostels Paulus gesetzt: „Prüft alles!“ Denn das ist nach Meinung des Liturgiewissenschaftlers die Aufgabe der Akademie: mit ihrer Hilfe soll die Kirche ihr Tun, ihr Denken, ihre Weltanschauung einer regelmäßigen Überprüfung zu unterziehen.

In der gegenwärtigen Zeit, in denen die Kirche einen schweren Stand hat, ist das mit viel Arbeit und Mühe verbunden. Das Privatleben des 49- jährigen kommt deshalb zur Zeit etwas kurz. Eine seiner Lieblingsbeschäftigungen, das Joggen, bei dem er den Kopf frei bekommt, findet im Augenblick eher selten statt. Und auch die Zeit, die er mit Ehefrau und den Töchtern im Alter von 5 und 7 Jahren verbringen kann, ist eher knapp bemessen.

Dennoch hat Budde nach eigenem Bekunden von Anfang an überzeugt „Ja!“ zu seinem neuen Job gesagt. Dabei stört ihn die Tatsache kaum, dass es bisher in den sechzig Jahren seit Gründung der Akademie erst drei Direktoren gab. „Ich trete in die Fußstapfen großer Vorgänger. Und ich bin fest entschlossen, die achtzehn Berufsjahre, die ich wahrscheinlich noch habe, hier vollzumachen. Das ist hier eine Stelle von einem Format, die tritt man nicht an, um von da aus nochmal woandershin aufzusteigen!“

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Portrait Dr. Achim Budde

Der Autor
Willi Witte
Radio-Redaktion
w.witte@st-michaelsbund.de


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