Auszeichnung für herausragendes Engagement Bundesverdienstkreuz für Claudia Pecher

16.06.2021

Die Leiterin der Landesfachstelle für Büchereien und Bildung im katholischen Medienhaus Sankt Michaelsbund, Dr. Claudia Maria Pecher, hat das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland überreicht bekommen. Wissenschafts- und Kunstminister Bernd Sibler hielt die Laudatio.

Wissenschafts- und Kunstminister Bernd Sibler mit Dr. Claudia Pecher.
Wissenschafts- und Kunstminister Bernd Sibler mit Dr. Claudia Pecher. © Matthias Balk

München – Dr. Claudia Pecher ist mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet worden. Sie selbst konnte es erst nicht glauben als sie davon erfahren hat: „Man selbst macht die Arbeit, die einem aufgetragen ist, ja ganz selbstverständlich und mit Liebe zur Sache.“ Sie spüre ein große Dankbarkeit gegenüber den Menschen, die das Engagement zu schätzen wissen und sie stets vorbehaltlos unterstützt haben: „Sei es in der Familie, ihr Mann oder die vielen lieben Wegbegleiter:innen in der Akademie oder im Beruf.“

Pecher stammt aus Gundremmingen und ist seit 2013 Leiterin der Akademie für Kinder- und Jugendliteratur. Der Einsatz für die Kinder- und Jugendliteratur gehöre zu ihren großen Leidenschaft, sagte sie gegenüber mk online. Dies sei mit viel ehrenamtlicher Arbeit verbunden und habe mancherlei Entbehrungen mit sich gebracht: „Aber wenn man ein Ehrenamt macht, dann aus großer Überzeugung.“

„Unermüdliche Netzwerkerin“

Sie habe sich im kulturellen wie im wissenschaftlichen Bereich herausragende Verdienste erworben, betonte Minister Sibler in seiner Laudatio: „Sie haben sich ganz und gar der Literatur und ihrer Vermittlung verschrieben.“ Das zeigten beispielsweise ihre Tätigkeit als Geschäftsführerin der „Märchen-Stiftung Walter Kahn“ in den Jahren 2004 bis 2010, ihr daran anschließendes ehrenamtliches Engagement in der dortigen Vorstandschaft und ihre Arbeit in der Redaktion der Zeitschrift Märchenspiegel ganz deutlich. „Sie sind eine unermüdliche Netzwerkerin mit großen kommunikativen Fähigkeiten. Immer wieder gelingt es Ihnen, neue kulturpolitische Projekte auf den Weg zu bringen und dafür Kooperationspartner aus Universitäten, Verlags- und Literaturwelt, Vermittlung und Politik zusammenzubringen“, so Sibler.

Ihr Name sei beispielsweise aufs engste mit dem 2014 gestarteten „Lese-Kick“ verbunden. „Kindern und Jugendlichen in ganz Bayern haben Sie zusammen mit dem Bayerischen Fußball-Verband (BFV) durch die zielgruppenorientierten, spannenden und abwechslungsreichen Workshops einmalige und sicherlich unvergessliche Begegnungen mit Literatur ermöglicht“, betonte Sibler, der den „Lese-Kick“ initiiert und von Anfang an unterstützt hatte. „Das ist Leseförderung im besten Sinn.“

Einsatz für Umwelt- und Klimaschutz

Auch andere gesellschaftlich hoch relevante Themen gehe Pecher an: Das Akademie-Projekt „Ressourcen schonen & klimaneutral handeln“ sensibilisiere mit Buchausstellungen, Führungen und Workshops für den Umwelt- und Klimaschutz. Durch die Einbindung sog. „Welcome-Workshops“ für eine noch bessere Integration von Flüchtlingskindern sei das Projekt 2016 erweitert worden.

Ein weiteres, wichtiges Anliegen ist Dr. Pecher die Nachwuchsförderung. Sowohl die Vergabe des Serafina-Nachwuchspreises für deutschsprachige Illustratorinnen und Illustratoren als auch des Paul-Maar-Preises für junge Talente ist ihr zuzuschreiben. Und auch für die Einrichtung des Josef-Guggenmos-Preises für Kinderlyrik hat sie sich eingesetzt. Ebenso hat Dr. Pecher maßgeblich zur Vergabe der Grimm-Bürgerdozentur beigetragen. Am Institut für Jugendbuchforschung der Goethe-Universität Frankfurt am Main, an der sie von 2011 bis 2020 arbeitete, engagierte sie sich weit über das übliche Maß hinaus für die Studentinnen und Studenten.

Zusammenfassend hielt der Minister fest: „Sie zeichnen sich durch soziales Verantwortungsbewusstsein, Tatkraft, Begeisterungsfähigkeit und Organisationstalent aus. Mit Ihrem Wirken erweisen Sie der Gesellschaft einen wertvollen Dienst.“ Die Auszeichnung wurde am vergangenen Dienstag in München überreicht. (pm/kas)


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