Gemeinsam Beten Bundesweites Gebet in Corona-Krise

07.04.2020

Nicht nur zahlreiche verschiedene christliche Gemeinden haben sich der Aktion angeschlossen, sie wird auch von vielen Prominenten unterstützt.

Betende Hände
Am Mittwoch, den 8. April, um 17.00 Uhr startet die Gebetsaktion. © Denny - stock.adobe.com

Augsburg – Unter dem Motto "Verbundenheit statt Isolation - Hoffnung statt Angst" werben Christen diverser Konfessionen für diesen Mittwoch dafür, in der Corona-Krise bundesweit Gott anzurufen. Verantwortlich für die Aktion "Deutschland betet gemeinsam" ist das Augsburger Gebetshaus unter der Leitung des katholischen Theologen Johannes Hartl. Geplant ist demnach ein Gebet "für Kranke und Gesunde, für alle, die jetzt wichtige Dienste leisten". Weiter heißt es: "Unser Land braucht Gottes Hilfe, und wir wollen ein deutlich sichtbares Zeichen setzen." Alle Gläubigen seien eingeladen, von 17.00 bis 18.30 Uhr mitzubeten, verbinden könne man sich online.

Laut Gebetshaus geht die Aktion auf eine Anregung des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) zurück. Dieser habe im März in der Talkshow "Anne Will" gesagt: "Wer gläubig ist, soll beten, dass es Deutschland nicht zu hart trifft." Söder habe nun auch die Schirmherrschaft für das Gebet übernommen.

"Große Koalition der Beter"

Daneben listet das Gebetshaus weitere rund 200 Unterstützer auf, darunter auch Prominente: etwa Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU), Musiker Peter Maffay, Schauspieler Samuel Koch und Fußballtrainer Heiko Herrlich. Auch viele Religionsvertreter werden angeführt, aufseiten der Katholiken etwa die Bischöfe Michael Gerber (Fulda), Gregor Maria Hanke (Eichstätt), Stefan Oster (Passau) und ihr ernannter Augsburger Amtsbruder Bertram Meier. Hinzu kommen evangelische, freikirchliche, anglikanische, orthodoxe und jüdische Würdenträger sowie Organisationen wie die Heilsarmee und der Malteser Hilfsdienst.

Bertram Meier sagte am Dienstag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA), er freue sich über "diese 'Große Koalition' der Beter". Corona sei keine Strafe, sondern eine Einladung: "Wir dürfen diese uns geschenkte Zeit nützen, um Gewissenserforschung zu halten und aus der verbreiteten Abkehr von Gott eine Umkehr zu unserem Schöpfer und Erlöser zu machen." Auch wenn Corona "für uns wie eine giftige Schlange ist", dürften die Menschen vor der Macht des Virus nicht einknicken, das Gottvertrauen müsse stärker sein.

Vom Gebetshaus hieß es darüber hinaus, der Termin in der Karwoche markiere den Beginn des jüdischen Pessachfestes. Das Gebet solle "auch ein deutliches Signal gegen Antisemitismus in unserem Land" sein.(kna)

Pater Alfons Friedrich, Pfarradministrator in München-Haidhausen, hat einen Vorschlag für ein Gebet in Zeiten von Corona.

Guter Gott,

ich fühle mich nicht wohl und habe immer wieder Angst. So viele Fragen schießen durch meinen Kopf. Wie geht es jetzt weiter? Bleibe ich gesund? Habe ich auch schon den Virus? Wie geht es den erkrankten Menschen bei uns und überall?

Mit all diesen Ängsten und Zweifeln komme ich zu Dir.
Du bist doch der liebe Gott seit meinen Kindertagen.
Ich schaue auf deinen Sohn am Kreuz, der all die Ängste und Nöte von uns Menschen selbst durchleben musste. Und ich sehe die vielen Kreuze in unseren Tagen, die Leid und Trauer bringen, die Hoffnung auf eine Zukunft zerstören.

Bist du der gute Gott, der auch jetzt zu mir steht?

Ich will glauben, dass Du mir nah bist in deiner Liebe.

Ich will vertrauen, dass Du treu bleibst in deiner Kraft der Nähe. Ich will hoffen, dass du mich erfüllst mit deiner Barmherzigkeit.

Guter Gott, gib uns deinen Geist der Solidarität und Stärke, der Hoffnung und Zuversicht. Lass uns erkennen, was jetzt wichtig ist und zählt.

Du bist der gute Gott, der uns befreit und begleitet! Lass uns in diesem Glauben die nächsten Schritte wagen. Amen

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Corona - Pandemie

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