Fronleichnam Bunte Glaubensdemonstrationen

29.05.2013

Mit farbenprächtigen Prozessionen und festlichen Gottesdiensten feiern die Katholiken in Deutschland am Donnerstag das Fronleichnamsfest.

Beliebter Brauch: Blumenteppich an Fronleichnam (Bild: Annamartha/pixelio.de)

Tausende Gläubige ziehen wieder singend und betend durch blumen- und fahnengeschmückte Straßen ihrer Städte und Dörfer. Mittelpunkt der Prozessionen ist die Monstranz mit der Hostie, die von den Priestern unter einem Baldachin getragen wird. Mit dem Fest feiern die Katholiken in besonderer Weise die Gegenwart Jesu Christi im eucharistischen Brot. Das Wort "Fronleichnam" leitet sich vom mittelhochdeutschen „vrône lîcham“ ab : "vrôn" heißt "Herr", und "lîcham" meint den lebendigen Leib. Das Fest geht zurück auf Visionen der Augustiner-Chorfrau Juliana von Lüttich, in denen sie eine unvollständige Mondscheibe sah. Diese deutete sie als Hinweis Christi, dass der Kirche ein Fest zur besonderen Verehrung des Altarsakramentes fehle. Auf Julianas Anregung hin setzte Papst Urban IV. 1264 das Fronleichnamsfest für die ganze Kirche ein.

In Bayern haben sich im Lauf der Jahrhunderte viele Bräuche rund um das Fest entwickelt. In Oberbayern wird vielerorts bei der Prozession die Verkündigung der Evangelien an den Freialtären von Bollerschüssen begleitet. Gebirgsschützen oder Kanoniere begrüßen damit besonders laut die Gegenwart Jesu in der Hostie. Vom oberbayerischen Seehausen aus startet die 1935 begründete Seeprozession auf dem Staffelsee. Viele Boote begleiten die Fähre mit dem Allerheiligsten zur Jakobsinsel und dann zur Wörthinsel. In München werden gut 10.000 Gläubige zur großen Prozession mit dem Münchner Erzbischof, Kardinal Reinhard Marx, erwartet.

Fronleichnam ist gesetzlicher Feiertag in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland sowie teilweise in Sachsen und Thüringen. (ph/kna)

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