Segen am Palmsonntag Cabrio statt Esel

08.04.2020

Weil er den Palmsonntag heuer nicht mit seiner Gemeinde feiern konnte, brachte Pfarrer Czempik den Segen zu den Leuten. Statt dem Esel fand er ein anderes Transportmittel.

Pfarrer Arkadiusz Czempik, Pfarrvikar Dominik Arnold und Pastoralreferent Mateusz Jarzebowski mit der Monstranz im Cabrio
Spritztour mit dem Allerheiligsten - ein ungewöhnlicher Anblick bot sich den Bewohnern des Pfarrverbands Vier Heilige Trudering Riem am Palmsonntag. © Pfarrverband Vier Heilige Trudering Riem

Trudering-Riem – Wie Palmsonntag feiern, wenn wegen Corona keine öffentlichen Gottesdienste stattfinden dürfen? Diese Frage stellte man sich auch im Pfarrverband Vier Heilige Trudering Riem. Was tun, um den Menschen Gott nahe zu bringen und trotzdem die Schutzbestimmungen ernst nehmen und einhalten? Die Inspiration kam schließlich von Papst Franziskus. Allein auf dem Petersplatz spendet er mit dem Allerheiligsten den Segen Urbi et orbi.

Segen zu den Leuten bringen

"Wenn der Papst das macht und es so positiv ankommen, warum dann nicht auch bei uns?", schildert Pfarrer Arkadiusz Czempik die Ideenfindung im Interview mit mk online. Dem ganzen Pfarrverband am Palmsonntag den Segen bringen, das nahm er sich gemeinsam mit Pfarrvikar Dominik Arnold und Pastoralreferent Mateusz Jarzebowski vor. Auf die Ankündigung im Internet und per Aushang meldeten sich in nur drei Tagen gut 50 Personen und Familien, die sich einen Besuch wünschten.

Doch ein Problem galt es noch zu klären. Wie den Segen zu den Leuten bringen? Zu Fuß wären die drei Seelsorger in dem Pfarrverband mit rund 10.000 Katholiken wohl lange unterwegs gewesen. Jesus kam mit einem Esel nach Jerusalem geritten. Weil ein echter Esel aber schwer aufzutreiben ist, musste eine Alternative her. Die fand sich schließlich in Form eines chicen, silbernen Cabrios, das von der Besitzerin noch extra gewaschen und geschmückt wurde. 

Positive Reaktionen

So staunten die besuchten Gemeindemitglieder nicht schlecht, als der Pfarrer mit dem Allerheiligsten vorgefahren kam. Pfarrer Czempik freute sich über die Reaktionen der Leute. "Manche Familien haben kleine Altäre aufgebaut und jubelten uns mit den Palmbuschen zu." Auch Menschen, die sie zufällig auf der Straße trafen, begeisterte die Aktion. 

Eine Begegnung mit einer muslimischen Frau zeigte, dass Gottes Segen auch überkonfessionell funktioniert. "Sie fragte, was sie machen muss, um den Segen zu erhalten. Ich antwortete ihr, das geht einfach so." Für Pfarrer Czempik war es wichtig, den Menschen mit der Aktion Freude und Zuversicht zu bringen. "Wir wollten zeigen, dass es für Gott keine Grenzen gibt um bei uns zu sein." Im Pfarrverband wird bereits überlegt, die Aktion noch einmal zu wiederholen.

Die Autorin
Valerie Tiefenbacher
Medienmanagerin/Social-Video-Managerin
v.tiefenbacher@st-michaelsbund.de

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Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Corona - Pandemie Karwoche

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