Militäreinsatz in Syrien Caritas bezweifelt saubere Luftschläge

28.08.2013

Nahrungsmittel, Haushaltsgegenstände, warme Kleidung – das brauchen die syrischen Flüchtlinge. Caritas International besorgt derzeit größere Mengen solcher Hilfsgüter. Bei einem militärischen Einsatz ist von einer großen Fluchtbewegung in die Nachbarländer auszugehen. Von sogenannten "sauberen Luftschlägen" könne man nicht sprechen.

Viele Syrier flüchten in die Nachbarländer. (Bild: Michael Brücker / Caritas international)

Caritas International ist dabei sich auf den bevorstehenden Militärschlag des Westens in Syrien vorzubereiten. Bereits seit zwei Jahren betreut das Hilfswerk Flüchtlingsprojekte im Libanon, Jordanien und Syrien. Derzeit kauften die Partner vor Ort im Libanon und in Jordanien größere Mengen an Hilfsgütern ein, sagte der stellvertretende Leiter von Caritas International, Christoph Klitsch-Ott, den Münchner Kirchennachrichten.

Zu den Hilfsgütern gehören Nahrungsmittel, Haushaltsgegenstände sowie warme Kleidung. Diese sind für hunderttausende Flüchtlinge im Libanon und in Jordanien gedacht. Es werde aber auch für die Flüchtlinge, die ankommen, vorgesorgt. Bei einem militärischen Einsatz ist auf jeden Fall von einer großen Fluchtbewegung auszugehen, so Klitsch-Ott weiter. Seiner Meinung nach hat es saubere, chirurgische, militärische Luftschläge noch nie gegeben. Wenn sich der Kampfeinsatz nicht nur auf militärische Einrichtungen beschränke, sondern es darum gehe Präsident Assad vollständig auszuschalten, würden auch Städte bombardiert werden. Dann käme es zwangsläufig zu Opfern unter der Zivilbevölkerung.

In Syrien arbeitet Caritas International mit kirchlichen Partnern zusammen. Es seien alles syrische Mitarbeiter. Diese stünden derzeit unter hohem Druck und seien gefährdet. "Vermutlich werden sie versuchen auch bei einem militärischen Einsatz im Land zu bleiben", sagte Klitsch-Ott.

Caritas International ist das Hilfswerk der deutschen Caritas. (kas)


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