Corona-Regeln in Kitas Caritas fordert klare Kommunikation

28.08.2020

Ein Regelbetrieb in Kitas ist nach den Ferien nicht zu erwarten, so die Caritas in der Erzdiözese München und Freising. Was der Verband von der Politik fordert, lesen Sie hier.

"Die Eltern erwarten ab September einen Regelbetrieb, den es so nicht geben kann." (Foto: SMB/Schmid)
"Die Eltern erwarten ab September einen Regelbetrieb, den es so nicht geben kann." © SMB/Schmid

München – Die Caritas im Erzbistum München und Freising hat vom bayerischen Sozialministerium eine klarere Kommunikation über den Kita-Betrieb unter Corona-Bedingungen gefordert. "Die Eltern erwarten ab September einen Regelbetrieb, den es so nicht geben kann", erklärte Caritasdirektor Georg Falterbaum am Donnerstag in München. Es gebe aber einen Drei-Stufen-Plan, bei dem einzelne Schritte abhängig seien vom lokalen Infektionsgeschehen. Schon bei Stufe 2 müsse eine Kita entscheiden, wie viele Kinder betreut werden könnten und wer zuhause bleiben müsse.

Die Eltern müssten darauf vorbereitet werden, dass nicht jedes Kind im gewohnten Umfang betreut werden könne. Das Sozialministerium informiere sie jedoch nur über die Einschränkungen in Stufe 3, fordere hingegen von den Trägern die Umsetzung des Hygieneplans für alle Stufen, bemängelte Falterbaum. "Es muss klare Regeln geben." Die Kita dürfe nicht in eine Zwickmühle gebracht werden, mit den Eltern aushandeln zu müssen, wer im Zweifelsfall Fieber messe, wenn Eltern ihr Kind mit Schnupfen oder leichtem Husten brächten. "Zeigt ein Kind Symptome, so müssen die Eltern ein ärztliches Attest vorlegen, bevor ihr Kind wieder in die Kita kann", forderte der Caritasdirektor.

Testergebnisse müssten schneller vorliegen

Er kritisierte weiter, dass Kinder mit Schnupfen oder Husten direkt nach der Ferienzeit ohne einen negativen Corona-Test wieder in die Kita gehen dürften. Die Vorlage eines negativen Tests sei ab 1. September lediglich für Stufe 3 bei mehr als 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche vorgesehen.

Falterbaum forderte zudem, dass Testergebnisse der Kinder und des Personals im Verdachtsfall zuverlässig nach wenigen Stunden vorliegen müssten. In der Vergangenheit gab es laut dem Caritasdirektor Einrichtungen, die wegen einer möglichen Infektion zehn Tage geschlossen werden mussten, bis dann negative Testergebnisse vorlagen. Die Zusammenarbeit mit den örtlichen Gesundheits- und Jugendämtern müsse deshalb dringend weiter verbessert werden. Für Zweifelsfälle brauche es eine kompetente und schnell entscheidende Stelle des Ministeriums oder einer ihr nachgeordneten Behörde. Außerdem mahnte Falterbaum die Möglichkeit wöchentlicher Tests für das Personal an. (kna)

Caritas und Kitas

Der Caritasverband der Erzdiözese München und Freising vertritt nach eigenen Angaben spitzenverbandlich 575 katholische Kitas, in denen etwa 45.000 Kinder von 0 bis 6 Jahren betreut werden, sowie 41 Heilpädagogische Tagesstätten, davon sieben in eigener Trägerschaft. In den 66 Caritas-Kindertageseinrichtungen versorgten 1.159 Mitarbeitende etwa 4.900 Kinder.


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