Wohnungsmarkt München Caritas hilft Mitarbeitern bei Wohnungssuche

07.01.2019

Eine bezahlbare Wohnung in München zu finden, ist ein echter Glücksfall. Die Münchner Caritas startet für ihre Mitarbeiter deshalb einen neuen Service.

Die Caritas hilft Mitarbeitern bei ihrer Wohnungssuche.
Die Caritas hilft Mitarbeitern bei ihrer Wohnungssuche. © Kenishirotie - stock.adobe.com

München – Mit einem neuen Wohnungsvermittlungsservice will die Münchner Caritas ihren Mitarbeitern zu einer bezahlbaren Bleibe verhelfen. Am 7. Januar startet der katholische Wohlfahrtsverband in der bayerischen Landeshauptstadt die Kampagne "Vermieter mit Herz gesucht". Wie die Caritas bei einem Pressegespräch mitteilte, sollen Immobilienbesitzer angesprochen werden, die soziales Engagement schätzen. Wegen der Wohnungsnot sei es für die Caritas mittlerweile in ganz Oberbayern schwierig, Altenpfleger oder Erzieherinnen einzustellen. Im Bezirk gebe es fluktuationsbedingt ständig bis zu 700 offene Stellen.

Service ist gratis

Vermieter können den neuen Service des Caritasverbands der Erzdiözese München und Freising ab kommendem Montag über ein Formular auf der Website kontaktieren. Die zum Mietobjekt gemachten Angaben würden nur über verbandsinterne Plattformen bekanntgemacht, hieß es. Interessierte Caritas-Mitarbeiter erhielten nach positiver Prüfung ihrer Verbandszugehörigkeit die Kontaktdaten des Vermieters. Alle weiteren Schritte lägen in dessen Verantwortung. Der Service sei für alle Beteiligten gratis, eine Mietobergrenze werde nicht vorgegeben.

In der Stadt und im Landkreis München seien etwa 30 der 2.000 Caritas-Angestellten in verbandseigenen Wohnungen untergebracht, hieß es. Der Verband verfüge nur beschränkt über solche Gelegenheiten und werde auch künftig nicht in großem Stil Mitarbeiterwohnungen bauen, erklärte Vorständin Gabriele Stark-Angermeier. Zudem seien im Stadtgebiet die selbst genutzten Flächen ausgereizt.

Thema Armut neu in den Blick nehmen

Nach Angaben der Caritas wächst keine Großstadt in Deutschland so schnell wie München. Seit der Jahrtausendwende sei die Einwohnerzahl um mehr als 27,5 Prozent gestiegen. Die Zahl der Obdachlosen habe sich in den vergangenen zehn Jahren verdreifacht. Zudem sei München schlechter mit Sozialwohnungen versorgt als Berlin und Hamburg. Hier müssten oft 50 Prozent und mehr des Haushaltseinkommens für die Miete abgezweigt werden.

Der neue Geschäftsführer der Caritas München, Harald Bachmeier, kündigte an, er wolle das Thema Armut neu in den Blick nehmen, vor allem die von Kindern. Der 50-jährige Sozialpädagoge hat in seiner früheren Tätigkeit in Kufstein nach eigenen Angaben die erste Tafel Österreichs gegründet. (kna)


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