Digitale Diener Caritas und Techniker entwickeln Roboter für die Pflege

08.05.2018

EDAN und Justin – so heißen die zwei Assistenzroboter, die künftig pflegebedürftige Menschen im Alltag unterstützen werden. In Garmisch-Partenkirchen wurden sie nun vorgestellt.

Roboter sollen künftig pflegebedürftige Menschen im Alltag unterstützen.
Roboter sollen künftig pflegebedürftige Menschen im Alltag unterstützen. © SMB/Schöne

Garmisch-Partenkirchen – Die Caritas hat am Montag in Garmisch-Partenkirchen zwei Assistenzroboter vorgestellt. Sie sollen künftig pflegebedürftige Personen und Menschen mit Behinderungen im Alltag unterstützen. Sie heißen EDAN und Justin und wurden in einem Gemeinschaftsprojekt mit Technologieexperten des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen entwickelt.

Kein Ersatz für menschliche Zuwendung

"Wir machen gerne die Türen auf für neue Technologien, wenn sie den uns anvertrauten Menschen helfen, unsere Pflegekräfte entlasten und ethisch vertretbar sind", sagte der Direktor des Münchner Diözesancaritasverbands, Georg Falterbaum. Allerdings könne kein digitaler Assistent menschliche Zuwendung ersetzen. Robotische Systeme könnten aber das Fachpersonal in vielen Bereichen unterstützen und so zur Qualität in der Pflege beitragen. Gemeinsam mit dem DLR wolle die Caritas auch neue Berufsbilder wie etwa den Pflegetechniker definieren und etablieren.

Am 8. Mai 2018 findet im Kongresshaus in Garmisch-Partenkirchen ein Tag der offenen Tür statt. Ab 14 Uhr haben interessierte Bürgerinnen und Bürger sowie die Fachwelt aus Wissenschaft, Gesundheits- und Sozialwesen die Möglichkeit, EDAN und Justin kennenzulernen sowie zahlreiche Vorträge von Forschern rund um das Thema Robotik in der Pflege anzuhören. (pm)

Alin Albu-Schäffer, Direktor des DLR-Instituts für Robotik und Mechatronik, sagte, am wichtigsten sei, die Erwartungen der Patienten und des Pflegepersonals zu verstehen. Eine große Zielgruppe für das Projekt sei die zunehmende Zahl alter, alleinstehender Menschen, die länger in ihrer eigenen Wohnung leben und sich keine ständige Hilfskraft leisten könnten. (kna)

Das Münchner Kirchenradio war bei der Vorstellung der Assistenzroboter dabei. Einen Beitrag zu dem Thema hören Sie am Donnerstag (10.5.) in der Sendung München am Mittag.


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