Gipfeltreffen von Kim und Trump Chef der Missionsbenediktiner ist vorsichtig optimistisch

12.06.2018

Abtpräses Jeremias Schröder hofft auf eine Stabilisierung der Lage. Der Prestigegewinn für Nordkorea könne langfristig zur Öffnung des Landes führen. Und das hätte auch Konsequenzen für die Benediktiner.

Kim Jong-un und Donald Trump bei ihrem Treffen am 12, Juni 2018.
Kim Jong-un und Donald Trump bei ihrem Treffen am 12, Juni 2018. © imago

München – Der Abtpräses der Benediktinerkongregation von St. Ottilien, Jeremias Schröder, beurteilt die Ergebnisse des Gipfeltreffens in Singapur vorsichtig optimistisch. Das Treffen von US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Diktator Kim Jong-un und die damit einhergehende öffentliche Wahrnehmung sei für Nordkorea „ein wichtiger Prestigegewinn und trägt zur Stabilisierung der Lage auf der Halbinsel bei“, so Schröder im Münchner Kirchenradio. Sollten auf Grund des Gipfels die Atomwaffen entfernt werden, sei dies ein Durchbruch. Zwar sei eine Wiedervereinigung noch in weiter Ferne, aber es handle sich „um gute Schritte“, so Schröder.

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Abtpräses Jeremias Schröder zum Gipfeltreffen von Kim und Trump

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Abtpräses der Benediktinerkongregation von St. Ottilien, Jeremias Schröder.
Abtpräses der Benediktinerkongregation von St. Ottilien, Jeremias Schröder. © imago

Hoffnung auf mehr Religionsfreiheit

Der Chef der weltweiten Missionsbenediktiner hofft, dass sich aus dieser neuen Situation der Stärke das „Regime öffnen kann. Vielleicht kommt es dadurch zur Wiederherstellung von bürgerlichen Freiheitsrechten“, etwa der Religionsfreiheit.

Die Versöhnungskommission der südkoreanischen Bischofskonferenz, bei der auch ein Vertreter seines Ordens Mitglied sei, würde sich konkret mit Möglichkeiten beschäftigen, wie bereits heute in Nordkorea Einfluss zu Gunsten des Christentums genommen werden kann. Die wichtigste Frage sei, wann das Evangelium wieder frei in Nordkorea verkündet werden darf. Zwar sitzen die Benediktiner noch nicht auf gepackten Koffern. Aber falls eine Rückkehr nach Nordkorea möglich werden sollte, werden wir „sofort wieder vor Ort sein“, so Schröder. (Tanja Bergold)

Missionsbenediktiner in Korea

Die Missionsbenediktiner von St. Ottilien kamen 1909 nach Korea und sind seit 1914 im Land tätig. Nach der Teilung des Landes wurden die Mönche von den Kommunisten verfolgt und in den Süden vertrieben. In Südkorea gibt es heute rund 130 Mönche, Tendenz steigend.


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