Katholischer Flüchtlingsgipfel Christliche Identität heißt Fürsorge für Flüchtlinge

26.11.2015

Auf dem Katholischen Flüchtlingsgipfel in Würzburg spricht der Sonderbeauftragte für Flüchtlingsfragen, Erzbischof Stefan Heße (Hamburg), klare Worte: "Ob wir wollen oder nicht: die Menschen, die kommen, verdienen unseren Respekt und unsere Sorge."

Über 120 Teilnehmer aus den deutschen (Erz-)Diözesen kamen zum Katholischen Flüchtlingsgipfel im Würzburger Burkardushaus zusammen
Über 120 Teilnehmer aus den deutschen (Erz-)Diözesen kamen zum Katholischen Flüchtlingsgipfel im Würzburger Burkardushaus zusammen. (Bild: Markus Hauck/POW)

Würzburg – Etwa einhundertfünfzig Vertreter aus ganz unterschiedlichen katholischen Organisationen haben sich in Würzburg getroffen, um sich zu vernetzen und um einen gemeinsamen Leitfaden rund um die Flüchtlingsarbeit zu erstellen. Mitarbeiter von unter anderem Caritas, Renovabis, Katholisch-Sozialer Akademie und Misereor diskutierten in Arbeitsgruppen über vielfältige, brisante Themen: Wie kann die Kirche die vielen freiwilligen Helfer unterstützen? Wie können Christen intensiver in den Dialog mit Muslimen und Juden treten? Und wie können wir dafür sorgen, dass Flüchtlinge gute Bildungsperspektiven haben? Flüchtlingsarbeit nimmt schon lange einen relevanten Bereich in der Pastoral der deutschen Kirche ein. "Das macht uns das ganze jetzt leichter", so Heße. Und: "Klar ist, dass wir das Rad nicht überall neu erfinden werden". Wichtig sei die Zusammenarbeit mit staatlichen Stellen sowie anderen Religionsgemeinschaften: "Wir werden das nur miteinander schaffen."

 

Leitpapier ist eine Art Gesetz

 

Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen wurden in einem Arbeitspapier zusammengefasst, aus dem konkrete Handlungsanweisungen folgen sollen. Jedes Bistum kann diese dann seinen Bedürfnissen entsprechend anpassen. "Das Leitpapier ist eine Art Gesetz, an dem sich jetzt alle kirchlichen Einrichtungen orientieren können", sagt Wilhelm Dräxler vom Münchner Caritasverband. Der Referent für Migration und Arbeitsprojekte nahm in Würzburg an zwei Arbeitsgruppen teil: "Integration von Flüchtlingen in Arbeitsmarkt und Ausbildungsplätze" und "Politische Positionierung der Kirche". Vom Erzbistum München und Freising wünscht er sich mehr finanzielle Unterstützung: "Die Sache mit den Flüchtlingen braucht Zeit, wir brauchen also eine Planungssicherheit und ohne Ressourcen geht es nicht". Dräxler betont aber auch, dass die Kirche heuer eindeutige Signale gegeben habe, "wir stehen hinter der Caritas und Schultern das gemeinsam".

 

Die Diskussionen in Würzburg waren vielfältig im Detail und doch einhellig in der Kernaussage: Es ist christlicher Auftrag, sich um Flüchtlinge zu kümmern. Deshalb heißt es auch unter Punkt 1 der "Leitsätze der kirchlichen Flüchtlingshilfe": "Die Fürsorge für Flüchtlinge und Migranten gehört zum Selbstverständnis der Kirche. Die christliche Identität unseres Landes tritt gerade dann besonders deutlich zutage, wenn jeder, der bei uns Zuflucht sucht, menschenwürdig behandelt wird." (ut)

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Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Flucht & Asyl

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