Street Art in München Christliche Motive in "Magic City"

14.07.2017

Für die Ausstellung "Magic City" in der kleinen Olympiahalle in München haben zahlreiche, weltbekannte Street Art-Künstler Werke erstellt. Wir sind mit Dr. Carsten Gerhardt vom Kulturmarketing München durch die Ausstellung gegangen und haben uns auf die Suche nach christlichen Motiven gemacht.

Die Ausstellung "Magic City" in München zeigt Street Art, auch mit christlicher Symbolik. © SMB/KSchmid

München – Man muss sie nicht gerade mit der Lupe suchen, aber schon mit offenen Augen durch die Street Art-Ausstellung „Magic City“ gehen, die derzeit in der kleinen Olympiahalle in München zu sehen ist. Namhafte Künstler der Szene haben, extra für diese Ausstellung, Werke gestaltet und sich dabei auch christlicher Symbolik bedient. „Wenn man durch Magic City geht sieht man, dass sich die Künstler in unserer Welt bewegen, die natürlich auch christlich geprägt ist“, sagt Dr. Carsten Gerhardt vom Kulturmarketing München. Durch diese Prägung kämen immer wieder Anklänge an christliche Symbolik mit ins Spiel.

Bei „Street Art“ handle es sich nicht nur um Graffiti, so Gerhardt. Künstler würden heutzutage den urbanen Raum nutzen, um ihn „künstlerisch zu bespielen“. Es gebe Künstler, die mit Skulpturen arbeiten, mit Papier, Videokünstler und natürlich auch Künstler, die mit der Spraydose arbeiten. Und diese ganze Bandbreite von Street Art haben die Ausstellungsmacher versucht, in „Magic City“ darzustellen.

Der „Geltendorf-Zug“
Nicht christlich, dafür ein echter Münchner Superlativ: Der sogenannte „Geltendorf-Zug“. Denn es war in München im Jahr 1985, als sich eine Gruppe Teenager traf, heute teilweise weltbekannte Künstler, und in einer Nacht- und Nebelaktion in einem Geltendorfer Zuglager einen kompletten S-Bahn-Zug mit Graffiti besprühten. Es war die erste Aktion dieser Art deutschlandweit. Es folgte ein Katz- und Maus Spiel mit der Münchner Polizei und wenige Zeit später wurde, ebenfalls in München, die deutschlandweit erste Sonderkommission für Graffiti gegründet. Den Zug gibt es nur noch als Modellnachbildung (in der Ausstellung zu sehen), der echte Zug wurde damals kurz nach der Aktion gereinigt. Schaden: 6.000 DM.

Publikumsmagnet in der „magischen Stadt“ sind die perspektivischen Kunstwerke, also Street Art, die mit dem Auge des Betrachters spielt. So zum Beispiel ein Rummelplatz des niederländischen Künstlers Leon Keer. Stellt sich der Besucher an einen bestimmten, auf dem Boden gekennzeichneten Punkt, so ergibt sich eine dreidimensionale Landschaft, in die sich andere Besucher frei „integrieren“ können (siehe Bild).

Spiel mit der Perspektive: Rummelplatz des Künstlers Leon Keer © Gerhardt

Diesen „Platz der sinnlichen Genüsse“ würde der Künstler mit Manga-Puppen kommentieren, die an einer Wand aufgereiht die Szene beobachteten. Die Puppen würden die sieben Todsünden darstellen und zum Teil auch mit Symbolen, wie beispielsweise der Schlange, arbeiten.

Auf ähnliche Weise zieht auch ein Werk des mexikanischen Künstlers Juandres Vera die Besucher in den Bann. Dieser hat sich selbst in einer Art Doppelrolle dargestellt, als Künstler, der sich selbst erschafft. Auf dem Kopf trage er eine „moderne Dornenkrone“, so Gerhardt, ein Band aus Geldscheinen, das mit Wäscheklammern zusammengehalten werde. Eine Bürde, die symbolisieren soll, dass sich auch ein Künstler nicht dem Diktat des Geldes entziehen könne.

Mit dem menschlichen Terror beschäftigt sich das Werk des amerikanischen Künstlers Tristan Eaton. Mit martialischen Darstellungen von Waffen wolle der Künstler zeigen, „dass sich der Mensch ein Wolf sei“, so Gerhardt. Über allem throne die Friedenstaube mit der Hoffnung, dass es von oben auch Beistand für den Menschen gebe.

Die Ausstellung „Magic City“ ist noch bis 3. September in der kleinen Olympiahalle in München zu sehen. Sie ist Dienstag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr und Samstag von 10 bis 22 Uhr geöffnet. Der Eintrittspreis beträgt für Erwachsene € 14,90 und für Kinder € 7.90. Ein Familienticket ist für € 34,90 erhältlich. Mehr Infos finden Sie auf www.magiccity.art.

Der Autor
Karsten Schmid
Online-Redaktion
k.schmid@st-michaelsbund.de

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