Ausstellung über Sakramente Christus begegnen

11.07.2017

Früher markierten die Sakramente Höhepunkte im Leben der Gläubigen. Das veranschaulicht eine Ausstellung, die bis Sonntag, 23. Juli, im Pfarrmuseum Flintsbach zu sehen ist.

Hochzeitskleider aus früherer Zeit © Witte

Flintsbach – Sakramente sind sichtbare Zeichen einer unsichtbaren Wirklichkeit, in ihnen begegnet Christus den Gläubigen. Sie sind das Zentrum des christlichen Lebens. Die katholische Kirche kennt sieben Sakramente, sie sind in den menschlichen Lebenslauf eingebunden, von der Wiege bis zur Bahre. Mehr noch als heute war das christliche Leben früher vom Empfang der Sakramente geprägt. Dazu trugen feste Riten bei, die die Heilkraft der Sakramente sichtbar machen sollten.

Der Freundeskreis des Pfarrmuseums Flintsbach (Dekanat Inntal) hat aus den umfangreichen Beständen der Sammlung und vielen Leihgaben von Privatpersonen eine Ausstellung zusammengestellt, die zeigt, wie der Empfang der Sakramente in der Vergangenheit zu Höhepunkten im Leben der Gläubigen wurde. Die zahlreichen Exponate, Dokumente und Fotos sind eine überaus interessante Rückblende auf die jüngste Vergangenheit, auf weithin vergessene Formen christlichen Lebens in unserer Heimat.

Den Empfang des Taufsakramentes belegen anschaulich Eintragungen in alte Kirchenbücher, Taufdokumente und Taufkerzen. An die frühere Feier der Erstkommunion erinnern alte Hostieneisen, Kommunionkerzen und -kleider, Gebetbücher und Erinnerungsbilder. Sehr informativ ist der frühere Umgang mit Tod und Sterben dargestellt – anhand von Todesanzeigen, Sterbebildchen, Versehgarnituren und schmiedeeisernen Grabkreuzen. Einen breiten Raum nimmt in der Ausstellung das Sakrament der Ehe ein. Alte Hochzeitsfotos führen vor Augen, wie in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts Brautleute gekleidet waren. So war für die Braut ein tiefschwarzes Kleid obligatorisch, der Bräutigam trug einen schwarzen Hut. Nicht vergessen wurde der Hochzeitslader, der bei keinem Hochzeitsfest fehlen durfte.

Wie in Flintsbach 1916, 1950 und 1957 Primizen gefeiert wurden, wird mit vielen Bildern belegt. Ein interessantes Exponat ist ein transportabler Beichtstuhl, der früher im nahen Wallfahrtsort Kirchwald bei Nussdorf eingesetzt wurde. (Albert Bichler)

Die Ausstellung im Pfarrmuseum Flintsbach (Kirchplatz 5) ist bis Sonntag, 23. Juli, geöffnet, samstags und sonntags von 11 bis 18 Uhr, mittwochs von 14 bis 18 Uhr, für Gruppen nach Anmeldung unter 08034/2277 oder 08034/9470 auch außerhalb dieser Zeiten.

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