Sicherer Präsenzunterricht Corona sorgt in Bayern für ökumenische Unterrichtseinheiten

11.11.2020

Da der Unterricht zurzeit nur im Klassenverband stattfinden soll, wird ein gemeinsamer Religionsunterricht für katholische und evangelische Schülerinnen und Schüler angedacht.

Schülerinnen mit Maske machen en Ellbogengruß
Katholische und evangelische Kinder sollen wegen Corona gemeinsamen Religionsunterricht erhalten. © Halfpoint - stock.adobe.com

München – Die verschärften Hygienevorkehrungen zum Schutz vor Covid-19 haben auch Folgen für den Religionsunterricht an den bayerischen Schulen. Um diesen in Zeiten der Pandemie in Präsenzform samt wirksamem Infektionsschutz weiter zu gewährleisten, verständigten sich die katholische und evangelische Kirche mit dem Kultusministerium auf mehr Ökumene im Klassenzimmer. Einem Schreiben zufolge, das der Katholischen Nachrichten-Agentur vorliegt, soll in Zeiten von Corona demnächst zeitlich befristet "temporär kooperativer Religionsunterricht" angeboten werden.

Modelle für alle Schularten

Dafür wurden vier Modelle erarbeitet, die in allen Schularten angewendet werden können, wie es heißt. Ausgenommen seien jedoch die Qualifikationsphase an den Gymnasien sowie die Jahrgangsstufen II und III an den Abendgymnasien und Kollegs. Die Modelle bewegten sich im Rahmen der bestehenden Lehrpläne für konfessionellen Religionsunterricht beziehungsweise für Ethik. Um sie umzusetzen, sei jedoch die Zustimmung der Eltern der minderjährigen Schülerinnen und Schüler sowie der beteiligten Lehrkräfte nötig.

Hintergrund ist, dass die Schülerinnen und Schüler der jeweiligen Jahrgangsstufen derzeit im Klassenverbund bleiben und sich nicht mit jenen der Parallelklasse mischen sollten. Dies ist aber in der Regel der Fall, wenn Religion oder Ethik auf dem Stundenplan steht.

Wertvoller Raum für Austausch

Gerade unter den jetzt gegebenen außerordentlichen Umständen sei es wichtig, dass die jungen Leute von kirchlichen und staatlichen Lehrkräften auch weiter im Religionsunterricht begleitet werden könnten, heißt es in einem Begleitbrief beider Kirchen. Dieser richtet sich an die Verantwortlichen der Schulaufsicht, an die Schulleitungen aller Schularten und an die Lehrkräfte der Fächer für katholische und evangelische Religionslehre.

Schließlich biete der Religionsunterricht wertvollen Raum für den Austausch über verunsichernde Erfahrungen und existenzielle Fragen, der die Schüler emotional stabilisieren könne. Zudem leiste er einen wichtigen Beitrag dazu, dass Heranwachsende eigene Sichtweisen, Überzeugungen, Werthaltungen und eine religiöse Identität entwickeln könnten. (kna)

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Corona - Pandemie

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