Frühjahrsvollversammlung in Ingolstadt Darüber haben die Bischöfe gesprochen

22.02.2018

Drei Tage haben die deutschen Bischöfe in Ingolstadt getagt und diskutiert. Heute wurden die Ergebnisse vorgestellt.

Die deutschen Bischöfe haben drei Tage in Ingolstadt getagt.
Die deutschen Bischöfe haben drei Tage in Ingolstadt getagt. © fotolia/peshkova

Ingolstadt – Die katholischen Bischöfe wollen konfessionsverschiedenen Ehepartnern im Einzelfall eine gemeinsame Teilnahme an der Eucharistie ermöglichen. Dies erklärte der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, am Donnerstag zum Abschluss der Frühjahrsvollversammlung in Ingolstadt.

Hintergrund ist der hohe Anteil konfessionsverschiedener Ehen in Deutschland. Sie stellten die Seelsorger vor eine "dringende pastorale Aufgabe", erklärte Marx. Grundlage für die Neuerung soll ein Dokument sein, das die Ökumene-Kommission und die Glaubenskommission der Bischofskonferenz erarbeitet haben. Es sei "nach intensiven Debatten von einer sehr großen Mehrheit der Bischöfe" angenommen worden.

Es handele sich um eine Orientierungshilfe für die Seelsorge, so der Kardinal. Unabdingbar sei es, dass die Seelsorger vor der Zulassung der nichtkatholischen Ehepartner mit den Betroffenen über deren Glauben sprächen und sicherstellten, dass beide die katholische Eucharistielehre teilten.

Weniger Ehrenamtliche in der Flüchtlingshilfe

In der Flüchtlingshilfe haben die 27 Bistümer und die kirchlichen Hilfswerke 2017 etwa 20 Millionen Euro mehr bereitgestellt als im Jahr davor. Rund 147 Millionen Euro gab es insgesamt: 69,4 Millionen Euro für Initiativen in Deutschland und 77,6 Millionen Euro für Hilfsprojekte in Krisenregionen.

Weiter hieß es, Fragen der Taufbegleitung von Geflüchteten hätten an Bedeutung gewonnen. 2017 wurden demnach in 22 Diözesen mindestens 507 Taufanfragen gestellt, mindestens 262 Taufen wurden vollzogen.

Die Zahl ehrenamtlich Engagierter in der kirchlichen Flüchtlingshilfe ging den Angaben zufolge von etwa 100.000 im Jahr 2016 auf rund 63.000 Personen 2017 zurück. Der Rückgang hänge mutmaßlich damit zusammen, dass die Aufnahmezahlen deutlich zurückgegangen seien. Eine verschärfte Asylpolitik sowie wachsende Ressentiments bei Ehrenamtlichen führten zudem zu Entmutigung oder Resignation. Die Anzahl der hauptamtlichen Mitarbeiter in der kirchlichen Flüchtlingshilfe stieg indes leicht: von 5.900 im Jahr 2016 auf zuletzt mindestens 6.400.

Transparenz und Kontrolle bei Kirchenfinanzen

Die Bischöfe kündigten an, katholische und die evangelische Kirche wollten ein neues Gremium für Ökumene-Fragen gründen. Die Kommission solle Ideen zur Zukunft der Ökumene und zu konkreten Schritten entwickeln.

Kardinal Marx forderte von seinen Amtsbrüdern einen neuen Anlauf zu mehr Transparenz und Kontrolle bei den Kirchenfinanzen. Die Öffentlichkeit und die Gläubigen hätten einen Anspruch darauf, dass die Kirche vorankomme, sagte der Konferenzvorsitzende. Er beklagte, dass manche Bistümer noch immer bei der Veröffentlichung ihrer Finanzen hinterherhinkten. "Mir ist schmerzlich bewusst, dass sich die Kirche in diesen Fragen besser aufstellen und Unklarheiten beseitigen muss", sagte der Kardinal.

Konkrete Maßnahmen beschlossen die Bischöfe in Ingolstadt nicht. Die Ortsbischöfe wurden beauftragt, beim nächsten "Ständigen Rat" konkrete Schritte und einen Zeitplan für deren Umsetzung zu erarbeiten. (kna)

Video


Das könnte Sie auch interessieren

Gregor Maria Hanke ist seit 2006 Bischof von Eichstätt
© pde / Christian Klenk

Eichstätter Finanzskandal 18 Katholiken zeigen Bischof Hanke in Rom an

Die Katholiken werfen Bischof Gregor Maria Hanke eine Verletzung der Sorgfaltspflicht vor. Sie fordern eine Untersuchung wie im Fall des Limburger Bischofshauses.

22.03.2018

Der Studientag der Deutschen Bischöfe sollte helfen eine Gesprächsbasis zu finden.
© fotolia/patpitchaya

Studientag der Deutschen Bischöfe Nachdenken über Ost und West

Ob in der Flüchtlingsfrage, über Globalisierung oder theologische Positionen zu Ehe, Familie und Sexualität: Die Kirchen in Ost- und Westeuropa sind sich uneins. Die deutschen Bischöfe wollen wieder...

22.02.2018

"Am Golde hängt doch alles", heißt es schon in Goethes "Faust". Allerdings sollten die Finanzen transparent sein.
© Fotolia/Grecaud Paul

Skandal überschattet Bischofskonferenz Kirchenfinanzen brauchen Transparenz

Bei ihrer Frühjahrsvollversammlung werden die Deutschen Bischöfe nicht nur ihre Tagesordnung, sondern auch das Finanzgebaren der Bistümer durcharbeiten müssen.

19.02.2018

Der Münchner Erzbischof, Kardinal Reinhard Marx, ist der Vorsitzende der Bischofskonferenz.
© imago

Deutsche Bischofskonferenz Katholische Bischöfe treffen sich in Ingolstadt

Auf der Tagesordnung stehen die Jugendsynode und der Dialog mit Katholiken in Osteuropa. Doch das Thema Kirche und Geld wird auch eine Rolle spielen - nicht nur, weil die Bischofskonferenz im Bistum...

17.02.2018

Jetzt neu für Rosenheim: Der mk-online Newsletter

Wir informieren Sie über Aktuelles, Gottesdienste, besondere Veranstaltungen und Neues aus Religion und Gesellschaft.
Jetzt abonnieren