Das schöne Bild der reinen Liebe

04.12.2018

Wie die Gottesmutter Maria auf viele Münchner Hausfassaden kam, lesen Sie hier - mit Bildergalerie und Video.

Hausmadonna in der Münchner Altstadt
Hausmadonna in der Münchner Altstadt © SMB/Schlaug

München – Die Mutter der Münchner Hausmadonnen blickt bis heute auf die unzähligen Fußgänger und Radlfahrer herab, die täglich an ihr vorbeikommen. Viele nehmen sie nicht wahr, weil die drei Meter hohe Bronzefigur eher unauffällig in die Westfassade der Residenz eingepasst ist. Dass dieses bedeutende Kunstwerk – der Bildhauer Hans Krumper hat es entworfen – dort seit 400 Jahren steht, war der Wille von Kurfürst Maximilian I.

Dessen Beurteilung durch die Historiker schwankt zwischen einem skrupellosen, machthungrigen Kriegstreiber und einem brillanten Verwaltungspolitiker und Diplomaten, der Bayern zu einem europäischen Faktor gemacht hat. Einig sind sie sich aber, dass er ein tiefreligiöser Mann und vor allem ein glühender Marienverehrer war. Schon als Elfjähriger schloss er sich der Marianischen Kongregation an. Bereits seine Vorfahren hatten die Marienverehrung im Land eifrig gefördert, doch erst unter dem Herzog und späteren Kurfürsten Maximilian I. wird sie „zum Staatskult, die Maria Patrona Boiariae geradezu zum Staatsprogramm“, wie der Historiker Benno Hubensteiner zusammenfasst.

Dem Seelenheil auf die Sprünge helfen

Maximilians Marienfrömmigkeit war also viel mehr als eine Privatsache. Der Landesvater war überzeugt, dass er damit dem Seelenheil des Einzelnen genauso auf die Sprünge helfen konnte wie dem Zusammenhalt des Landes, denn der Kult stiftete Gemeinschaft. Jeder Untertan wurde verpflichtet, einen Rosenkranz zu besitzen und beim Ave-Läuten hatte er, egal, wo er sich befand, niederzuknien und den Angelus zu beten: „Der Engel des Herrn brachte Maria die Botschaft und sie empfing vom Heiligen Geist.“

Der Autor
Alois Bierl
Chefreporter Sankt Michaelsbund
a.bierl@st-michaelsbund.de


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