Projektarbeit in der Kita Das, was uns Kinder interessiert!

29.03.2017

Projektarbeit – klingt erstmal nach großen Unternehmen, wird aber auch in der Kita immer wichtiger. An einem Thema wirklich intensiv zu arbeiten, das begeistert schon die Kleinsten. Aber es muss um Themen gehen, die die Kinder wirklich interessieren.

Basteln mit Müll - ein Teil des Umwelt-Projekts im Caritas Kinderhaus Krailling © SMB/sschmid

Krailling – Ein großer Leiterwagen steht im Flur der Caritas Kinderhauses Krailling. Darauf große Säcke mit Plastikmüll und Alu. Die Kinder machen sich bereit für einen Ausflug auf dem Wertstoffhof. Dort wollen sie den Müll abgeben und in Erfahrung bringen, was damit geschieht. Das Kinderhaus hat ein großes Jahresthema: „Wir achten und erforschen unsere Natur und Umwelt, um sie zu bewahren und beschützen.“ Und darum dreht sich in diesem Kita-Jahr alles. „Projektarbeit ist bei uns sehr wichtig“, erklärt Leitung Renate Kleinmond, „das Jahresthema gibt den Rahmen vor und dazu können sich alle verschiedene Projekte ausdenken.“

Das Wichtigste: Was interessiert die Kinder?

Das Wichtige bei der Projektarbeit sei ihr aber, dass nach dem situationsorientierten Ansatz gearbeitet wird. Das heißt, dass die Projekte aus dem Interesse der Kinder heraus entstehen. Das Thema gibt dem Rahmen, soll zu Ideen anregen, aber soll nicht einengen. So war in einer Gruppe in diesem Jahr das Interesse für Flugzeuge entflammt. Die Kinder bastelten Papierflieger und interessierten sich für alles rund um die Luftfahrt. Die Gruppe besuchte dann den Flughafen und da kam, so Kleinmond, auch der Umweltgedanke wieder ins Spiel. Die Kinder hätten erfahren, wieviel Kerosin ein Flugzeug verbrennt, wie schädlich das für die Umwelt sei und dass es besser sei, nicht so viel zu fliegen. „Kinder lernen am Besten, wenn sie sich genau mit den Themen beschäftigen können, die sie aktuell interessieren“, erklärt die Kita Leitung, „Das, was sie so erfahren bleibt im Kopf.“

Deko aus Müll und Wegwerfgeschirr aus Blättern

Das Jahresthema beschäftigt die Kinder immer wieder – auch bei Bastelarbeiten rund um das Jahr. So haben die Kinder diesmal die gesamte Faschingsdeko aus Müll gebastelt. Sie haben zuhause Müll gesammelt und aus Waschmitteflaschen, Joghurtbechern und Eierkartons entstanden phantasievolle Tiere und Girlanden – so schön, dass sie noch jetzt hängen.

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Neben Aktionen, wie Müllsammeln im Wald oder umweltbewusstem Einkaufen im Supermarkt, hat eine Gruppe sich Gedanken gemacht, wie man bei Festen auf Plastikwegwerfgeschirr verzichten kann. Eine Frage, die die Mädchen und Buben so brennend interessierte, dass mit Unterstützung der Erzieherin im Internet recherchiert wurde. Und tatsächlich, man fand eine Firma in Taufkirchen, die Wegwerfgeschirr aus Pflanzen herstellt. Die Kinder setzen sich mit ihren Betreuern in die S- Bahn, fuhren ans andere Ende Münchens, wo sie von den Mitarbeitern von „Leaf Republic“ freundlich empfangen wurden. Samuel und Lorenz berichten begeistert davon: „Die pressen die Blätter der Schlingpflanzen und stanzen sie danach zu Schüsseln, Tellern und Schälchen aus. In die einen kann man Ketchup füllen, in die anderen Majonäse und natürlich gibt es Teller für die Pommes.“ Die Kinder haben im Flur des Kinderhauses auch eine kleine Ausstellung gemacht, dass die anderen auch sehen können, was sie erlebt haben.

Begeisterung für ein Thema

Das ist es auch, was Renate Kleinmond an dem Projektkonzept so begeistert. Bei den Kindern entsteht ein solches Interesse und eine so große Begeisterung an dem Thema, dass es richtig ansteckend ist. Das Thema wird von ihnen auch mit nachhause genommen und auch die Eltern werden von dem Umweltschutzgedanken angesteckt. Auf die Frage: „Und kümmert ihr euch zuhause auch um Umweltschutz antwortet Samuel: „Jetzt schon.“

Projektarbeit erfordere es, so Kleinmond, sich ganz auf die Kinder einzulassen. Natürlich ist es gut als Team Ideen zu haben, aber man muss damit rechnen, dass es dann auch in völlig andere Richtung läuft – eben nach den Interessen der Kinder.

In Bezug auf die Schulvorbereitung sieht sie kein Problem darin, dass die Kinder im Caritas Kinderhaus Krailling sich ihre Schwerpunkte so frei nach ihren Interessen wählen können. „Natürlich ist in der Schule vieles starrer vorgegeben. Aber die Kinder lernen hier bei uns, wie wichtig es ist seinen Interessen nachzugehen und wenn sie lernen, wo sie sich Informationen holen können, die sie interessieren, und dazu zählt beispielsweise auch schon im Kindesalter die Recherche im Internet, dann hilft ihnen das in der Schule und im ganzen Leben weiter“, meint die Pädagogin (Stefanie Schmid)


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