Synodaler Weg Debatte um Reformen geht weiter

16.09.2019

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, wies am Wochenende die Kritik aus dem Vatikan zurück. Er kündigte klärende Gespräche in Rom an.

Kardinal Reinhard Marx (links) und der Präsident des ZdK, Thomas Sternberg
Kardinal Reinhard Marx (links) und der Präsident des ZdK, Thomas Sternberg © Julia Steinbrecht/kna

Fulda/Regensburg – Nach der Kritik aus dem Vatikan geht die Debatte über Reformen in der katholischen Kirche weiter. Dabei wies der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, am Wochenende die Kritik zurück und kündigte klärende Gespräche in Rom in der kommenden Woche an. Bei einem Vorbereitungstreffen in Fulda bekräftigten Bischöfe und Laienvertreter, sie wollten am "synodalen Weg" festhalten und dabei auch strittige Themen wie die Rolle der Frauen und die katholische Sexualmoral nicht ausklammern. Unterdessen wurde ein Gegenentwurf für den "synodalen Weg" veröffentlicht, den der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki und der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer verfasst hatten und den die Mehrheit der Bischöfe im August abgelehnt hatte. Dieser Entwurf setzt in erster Linie auf Neuevangelisierung und eine stärkere Vermittlung von Glaubensinhalten. Das konservative Forum deutscher Katholiken kritisierte den "synodalen Weg" und warf diesen Reformbemühungen unter anderem ein falsches Kirchenverständnis vor.

Kardinal Marx weist Kritik zurück

In einem Schreiben an den Vatikan, über das die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) exklusiv berichtete, habe Kardinal Marx betont, es wäre hilfreich gewesen, wenn die römische Seite vor der "Versendung von Schriftstücken" das Gespräch gesucht hätte. Die Bischofskongregation hatte die deutschen Bischöfe ermahnt, sich keine Entscheidungskompetenzen für Fragen anzumaßen, die allein auf weltkirchlicher Ebene entschieden werden könnten. Marx betonte laut FAZ, der Großteil der Vorwürfe treffe nicht zu und beruhe zum Teil auch auf längst überholten Entwürfen für die Satzung des "synodalen Wegs". Bei einem zweitägigen Treffen führender Vertreter der Bischofskonferenz und des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) in Fulda zur Vorbereitung des "synodalen Wegs" verfassten die Teilnehmer einen Brief an Papst Franziskus und betonten, sie hätten bei ihren Planungen "sowohl die Einheit der ganzen Kirche als auch die Situation vor Ort im Blick". Zugleich wurden vier Arbeitspapiere als Grundlagen für weitere Beratungen veröffentlicht: Darin geht es um Sexualmoral, priesterliche Lebensform, Macht und Gewaltenteilung sowie die Rolle von Frauen.

"Falsches Kirchenverständnis"

Unterdessen veröffentlichte das Bistum Regensburg einen alternativen Entwurf für den "synodalen Weg". Diesen hatten die Bischöfe Voderholzer und Woelki im August beim Ständigen Rat vorgelegt. Das Gremium der 27 Ortsbischöfe hatte die Vorlage den Angaben zufolge diskutiert und danach mit "21 zu 3 Stimmen (bei 3 Enthaltungen)" abgelehnt. Voderholzer machte deutlich, dass er nicht den "synodalen Weg" als solchen kritisiere, aber die bisher erfolgte "konkrete Gestaltung". Was derzeit als Reform vorgeschlagen werde, sei die "Aufgabe des katholischen Profils und die Preisgabe wichtiger Elemente".
Das Forum Deutscher Katholiken kritisierte die Reformdebatten beim "synodalen Weg". Zugleich dankte die konservative Initiative der Bischofskongregation im Vatikan sowie den Bischöfen Woelki und Voderholzer. Der Reformdebatte in Deutschland liege "ein falsches Kirchenverständnis zugrunde", und der "synodale Weg" beruhe auf dem "irrigen Verständnis, die Kirche sei eine quasidemokratische Institution, aber nicht die Stiftung Jesu Christi, in der sein Wort und die Lehre seiner Kirche gelten". (kna)

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Synodaler Weg

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