Landesbischof Bedford-Strohm Abendmahl im Blick

14.04.2021

Die Diskussion über eine Teilnahme von Katholiken und Protestanten an der Feier von Abendmahl oder Eucharistie der anderen Konfession muss nach Ansicht von Heinrich Bedford-Strohm "in der katholischen Kirche weitergeführt werden".

Der evangelisch-lutherische Landesbischof in Bayern, Heinrich Bedford-Strohm
Der evangelisch-lutherische Landesbischof in Bayern, Heinrich Bedford-Strohm © Kiderle

München - Über eine Teilnahme von Katholiken und Protestanten an der Feier von Abendmahl oder Eucharistie wird weiter diskutiert: In einem am Mittwoch veröffentlichten Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) sagte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm: "Da sind wir nur Wahrnehmende von außen, aber mit brennendem Herzen."

Mit Blick auf den 3. Ökumenischen Kirchentag (ÖKT), der im Mai weitgehend in digitaler Form stattfinden soll, meinte Bedford-Strohm, die Frage bleibe bestehen, "unabhängig, ob sich Menschen beim ÖKT versammeln können".

Innerevangelische Klärungen nötig

Auf den von katholischer Seite formulierten Einwand, dass die Praxis in den evangelischen Kirchen oft von den in den Dialogpapieren festgehaltenen Übereinstimmungen abweiche, betonte Bedford-Strohm: "Ich glaube, es ist zentral, welche Grundregel gilt. Dass man in lokalen Kontexten mitunter auch anderes findet, ist keine Infragestellung dieser Grundregel." Dass auf evangelischer Seite nicht überall alles so gemacht werde, wie es in den Kirchlichen Ordnungen stehe, sollte nach Auffassung des EKD-Ratsvorsitzenden "kein grundsätzliches Hindernis für eine ökumenische Verständigung sein, sondern eher ein Anlass für weitere innerevangelische Klärungen".

Ganz klar sei: "Die Einsetzung des Abendmahls obliegt nur einer dazu berufenen Person. Nicht jede Person kann beliebig das Abendmahl einsetzen", unterstrich Bedford-Strohm. Das sei eine gemeinsame evangelische Überzeugung, die auch eine wichtige Grundlage für das ökumenische Gespräch sei.

Langes Fasten in Corona-Zeit

Zugleich äußerte Bedford-Strohm sein Bedauern, dass in vielen evangelischen Gemeinden seit Beginn der Corona-Epidemie die Feier des Abendmahls ganz ausgefallen sei. "Das vermisse ich auch sehr, und das ist auch sehr schmerzlich", so der Landesbischof. Es sei "wie ein langes Fasten, was wir da erleben". Aber die Gemeinden könnten das Abendmahl auch nicht gegen den Schutz der Gesundheit ausspielen.

Als "spannende Frage" bezeichnete Bedford-Strohm die Diskussion in der evangelischen Kirche, "ob das Abendmahl auch über digitale Kanäle wirksam gefeiert werden kann". Die Frage sei, "ob die physische Präsenz der Elemente nicht auch an den Ort gebunden ist, an dem sie eingesetzt werden". Auch sei die Frage nach der Gemeinschaft im digitalen Raum schwierig und für ihn auch noch offen. (kna)


Das könnte Sie auch interessieren

Kardinal Reinhard Marx, EKD-Vorsitzender Heinrich Bedford-Strohm und Bischof Sofian von Kronstadt, Weihbischof der Rumänischen Orthodoxen Erzdiözese von Deutschland im Jahre 2014 bei einem Festgottesdienst im Münchner Liebfrauendom (Archivbild von 2014)
© imago images / epd

Bischöfe betonen Bedeutung des Gebets in der Corona-Krise

Videobotschaft statt Gottesdienst: Im Rahmen der Gebetswoche zu Einheit der Christen erinnern drei Religionsvertreter an die Kraft des Gebets.

22.01.2021

Heinrich Bedford-Strohm und Reinhard Marx
© imago images / epd

Das Gemeinsame vor das Trennende stellen

Gemeinsam Abendmahl feiern, das trennt katholische und evangelische Kirche immer noch. Der Augsburger Friedenspreis für den evangelischen Landesbischof Bedford-Strohm und den Münchner Kardinal Marx...

14.10.2020

© SMB/Bierl

Ein Preis für die Ökumene

Der Augsburger Friedenspreis hat seit dem Wochenende zwei neue Preisträger: den Münchner Kardinal Reinhard Marx und den evangelischen bayerischen Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm.

12.10.2020

Jetzt neu für Rosenheim: Der mk-online Newsletter

Wir informieren Sie über Aktuelles, Gottesdienste, besondere Veranstaltungen und Neues aus Religion und Gesellschaft.
Jetzt abonnieren