Zwei Wallfahrer erzählen von ihren Erfahrungen Den inneren Schweinehund besiegen

16.03.2017

Pilgern kann überzeugen und den Glauben vertiefen. Doch man muss sicher erstmal aufmachen, auf den Weg, das Abenteuer. Zwei Pilger erzählen...

Horst Choinowski © privat

Horst Choinowski (73) ist eingefleischter Pilger. „Schuld“ daran ist der Pilger-Sonderzug anlässlich des 80. Geburtstages Papst Benedikts XVI. 2007 nach Rom. Er ließ sich zunächst nur widerwillig von seiner Frau (67) dazu überreden. Während der Fahrt dann der Wandel: „Die Begegnungen mit den Menschen haben mich tief beeindruckt“, erinnert sich der Münchner Choinowski. Für ihn sei es die beste Pilgerreise gewesen, die ihn am meisten berührt habe. Man kann sagen, er ist auf den Geschmack gekommen.

Fahrten nach Fátima und eine große Italienreise folgten – immer vom Pilgerbüro organisiert! „Da konnte ich meinen Glauben vertiefen“, erklärt Choinowski. Das Ehepaar pilgerte zu den Reliquien des heiligen Pater Pio, was einem durch das bloße Sehen eine „Gänsehaut“ bereite. Die Choinowskis zieht es nicht immer an denselben Ort. Sie setzen in Zukunft auf das Bahnpilgern und erfahren den Glauben so an verschiedenen Wallfahrtsstätten. Eine gute geistliche Führung ist ihnen dabei enorm wichtig. „Auch, wenn das Essen in vielen Hotels zu wünschen ließ“, erinnert sich Choinowski, „überwiegen doch viele positiven Eindrücke.“ So wie Landschaft und geistliche Impulse auf einer Mallorca-Pilgerreise. Auch andere Menschen hätten sie überzeugen können, „denn viele pilgern nur mit, wenn wir auch dabei sind“, lacht Choinowski.

Irmgard Stöckl-Stiller © privat

Irmgard Stöckl-Stiller aus Tattenhausen erinnert sich an den Beginn ihrer Pilgerschaft: „Mein Vater ist immer mit den Oberlandwallfahrern nach Altötting gepilgert. Nach einer Operation war er unsicher, ob er den ganzen Weg schafft.“ Also begleitete sie ihn.

Für Stöckl-Stiller sei Pilgern eine besondere Form von Meditation. „Der Gleichschritt der Gruppe und das Gebet auf dem Weg durch die Natur entspannen.“ Es gehe für die 59-Jährige auch um das Durchhalten, das Stolz-Sein und die Freude, den inneren Schweinehund besiegt zu haben. „Die Menschen tragen dich, ziehen dich mit“, fügt Stöckl-Stiller hinzu.

Hat sie Pilgerpläne für die Zukunft? „Wenn es die Gesundheit – ich werde dieses Jahr 60 – und die private Situation erlauben, ist es mein großer Wunsch, Teil der Pfingstwallfahrt nach Altötting zu sein.“ (Matthias Chrobok)

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Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Pilgern: Der Weg ist das Ziel

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