Basenfasten Den Körper entgiften und entschlacken

11.03.2019

Vier Wochen im Jahr ist Petra Riedmaier wie verwandelt. Der Grund: Basenfasten. Was es damit genau auf sich hat, lesen Sie hier.

Kursleiterin Jacqueline Rosenbaum (links) und Teilnehmerin Petra Riedmaier
Kursleiterin Jacqueline Rosenbaum (links) und Teilnehmerin Petra Riedmaier © Ullmann

Ebersberg/Eiselfing – Vier Wochen im Jahr ist Petra Riedmaier wie verwandelt. „Ich springe in der Früh aus dem Bett und es kann losgehen. Ich habe viel mehr Energie und bin frischer, motivierter und wacher als sonst.“ Woran das liegt? An einem besonders starkem Kaffee jedenfalls sicher nicht. Denn auf das koffeinhaltige Getränk verzichtet die 44-jährige Ebersbergerin in diesen vier Wochen ebenso wie auf die säurebildenden Lebensmittel Alkohol, Fleisch, Eier, Käse, Zucker, Weizen und Weißmehl.

Angeleitet wird sie dabei von der Eiselfinger Ernährungsberaterin und Heilpraktikerin Jacqueline Rosenbaum. Sie bietet über die Katholischen Bildungswerke in den Landkreisen Ebersberg und Erding regelmäßig Basenfasten-Kurse an. Der nächste beginnt am 11. März, ist aber bereits ausgebucht. Dabei ist der Titel „Basenfasten“ ein wenig irreführend. Denn bei dieser von der Mannheimer Heilpraktikerin Sabine Wacker entwickelten Methode geht es weder darum, zu hungern, noch darum, Gewicht zu verlieren. Ziel des Basenfastens sei es vielmehr, den Körper zu „entgiften“ und zu „entschlacken“, erläutert Kursleiterin Rosenbaum.

"Das ist der Wahnsinn"

Für Teilnehmerin Riedmaier gehört dazu auch, innezuhalten und zu überlegen: „Was gebe ich meinem Körper mit der Nahrung?“ Hieraus könnten dann auch eine Wertschätzung und eine Dankbarkeit für die Vielfalt der zur Verfügung stehenden Lebensmittel erwachsen.

Besonders deutlich wird das für die Bankkauffrau bei der ersten Tasse Kaffee und dem ersten Stück Kuchen, die sie nach der vierwöchigen Fastenphase verzehrt: „Das ist der Wahnsinn, das ist ein völlig neues Geschmackserlebnis – wie wenn man das zum ersten Mal in seinem Leben essen würde.“

Verschiedene Obst- und Gemüsesorten bilden den Hauptbestandteil einer basischen Ernährung.
Verschiedene Obst- und Gemüsesorten bilden den Hauptbestandteil einer basischen Ernährung. © monticellllo - stock.adobe.com

Nicht dauerhaft machen

Dauerhaft sollte man nämlich nicht ausschließlich als basisch eingestufte Lebensmittel – also hauptsächlich Obst und Gemüse – zu sich nehmen. Davon rät die Deutsche Gesellschaft für Ernährung ab. Und auch Heilpraktikerin Rosenbaum stellt klar: „Das ist nicht nötig und das sollte man auch gar nicht machen. Wir brauchen alle Nährstoffe, auch Eiweiß.“ Diabetikern, Menschen mit Autoimmunerkrankungen wie Morbus Crohn sowie Schwangeren und Stillenden wird sogar grundsätzlich vom Basenfasten abgeraten. Personen, die unter Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis leiden, wird es dagegen besonders empfohlen, „weil Eiweiße Entzündungen begünstigen“, erläutert Ernährungsexpertin Rosenbaum.

Wissenschaftlich bewiesen wurde dieser Zusammenhang allerdings bisher nicht, das gibt auch Rosenbaum unumwunden zu. „Das liegt daran, dass Studien meistens von Pharma-Konzernen in Auftrag gegeben werden“, meint die Heilpraktikerin.

Psyche spielt große Rolle

Stattdessen setzt sie auf die Erfahrungen ihrer Kurs-Teilnehmer, die teilweise immer wieder kommen – so wie Petra Riedmaier. Sie hat auch körperlich eine positive Wirkung des Basenfastens bemerkt: „Ich bekomme dadurch eine viel zartere, weichere Haut.“ Außerdem habe das Basenfasten ihren Heilungsprozess nach einem Bandscheibenvorfall unterstützt. Eine andere Teilnehmerin hat festgestellt, dass während der Kurswochen ihr Sodbrennen verschwindet – auch wenn das medizinisch nicht erklärbar ist. „Da spielt einfach auch die Psyche eine ganz große Rolle, dass ich vier Wochen in einen Kurs gehe und meinem Körper etwas Gutes tue“, ist Leiterin Rosenbaum überzeugt. Außer mit einer gesunden Ernährung befassen sich die Teilnehmer etwa mit Akupressurpunkten, wenden Leberwickel an und praktizieren Entspannungsübungen.

Petra Riedmaier gefallen die Kursabende so sehr, dass sie sich einmal im Jahr dazu anmeldet, auch wenn sie die angewandten Methoden bereits kennt: „Ich brauche die Gruppe, den Austausch mit anderen. Der motiviert mich und tut mir einfach gut.“

Darüber hinaus schätzt Riedmaier am Basenfasten, dass sie es gut in ihren normalen Arbeits- und Familienalltag integrieren kann, auch wenn die Zubereitung der basischen Mahlzeiten mehr Zeit in Anspruch nimmt. Selbst Riedmaiers Ehemann Christoph hat einen Basenfasten-Kurs besucht – als einziger Mann. (Karin Hammermaier)


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