Pater Batlogg würdigt Papst Franziskus Der beste Jesuit

15.12.2016

Unter Brüdern: Pater Andreas Batlogg SJ gratuliert in der Münchner Kirchenzeitung Papst Franziskus zu dessen 80. Geburtstag. Der Autor ist Chefredakteur der "Stimmen der Zeit".

Pater Andreas Batlogg Sj ist Chefredakteur der "Stimmen der Zeit".
Pater Andreas Batlogg Sj ist Chefredakteur der "Stimmen der Zeit". © privat

Als Jesuit darf ich das sagen: Der beste Jesuit ist seit dem 13. März 2013 sicher der Papst. Er ist ein perfekter Werbeträger ignatianischer Spiritualität. Die Kunst der „Unterscheidung der Geister“, für viele in der Kirche ungewohnt, erwähnt er, wo er nur kann. Papa Francisco: ¡Feliz cumpleaños!

Papst Franziskus steht in der Spur des Zweiten Vatikanums. Er will nicht lehrmäßig auf die Zeit reagieren. Er will das Konzil umsetzen – und Türen öffnen. Hinter verschlossenen Türen warten Möglichkeiten. Den einen regiert er zu wenig, den anderen zu autoritär. Den einen lehrt er zu wenig, für andere überhaupt nicht. Den einen wieder predigt er zu wenig theologisch, anderen zu konkret. Und er lächelt … – und geht weiter. Ein „theologisches Leichtgewicht“ ist er gerade nicht, auch wenn ihn manche abschätzig „Pfarrer für die Welt“ nennen.

Eine „Provokation“ nannte der frühere Bundespräsident Horst Köhler neulich Papst Franziskus. Anlass war die „Bambi“-Verleihung. Köhler, der protestantische Christ, brachte es auf den Punkt: „Papst Franziskus hält uns den Spiegel vor, was Christsein bedeuten kann. Er zeigt uns seine Menschenliebe mit einer solchen Leichtigkeit und Fröhlichkeit und so völlig ohne Angst, dass es fast schon eine Provokation ist.“

"Turbo-Papst"

Barmherzigkeit ist für Papst Franziskus das Programm der Kirche, nicht nur seines Pontifikats! Man sieht ihm die Strapazen des Amtes selten an. Aber 80 ist natürlich schon ein Alter! Auch für einen „Turbo-Papst“. Gibt es ein „System Bergoglio“? Bernd Hagenkord SJ, Redaktionsleiter der deutschsprachigen Sektion von Radio Vatikan, meint: „Er will Unruhe stiften, innere wie äußere. Er will, dass sich etwas bewegt, innerlich und geistlich, aber auch mit Blick etwa auf Flüchtlinge oder Krieg. Und Papst Franziskus nutzt seine Sprache und sein Sprechen, solche Unruhe auszulösen. Das ist nicht immer leicht zu verstehen.“

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt 80. Geburtstag Papst Franziskus

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