Ein Jahr nach der Jahrhundertflut Der Blick für den anderen ist noch da

02.06.2014

Langsam herrscht wieder Normalität in dem im Juni 2013 vom Hochwasser betroffenen Stadtteil Oberwöhr in Rosenheim: Der Kindergarten ist eingeweiht und auch das Pfarrhaus konnte wieder bezogen werden. Doch das Hochwasser ist nicht vergessen. Im Alltag spielt es noch eine große Rolle.

Hochwasserkatastrophe in Rosenheim-Oberwöhr im Juni 2013 (Bild: smb)

Rosenheim – Auch wenn die Normalität im Rosenheimer Stadtteil Oberwöhr wieder hergestellt ist, ist die Hochwasserkatastrophe vom Juni 2013 nicht vergessen. Der Staddteil Oberwöhr stand völlig unter Wasser, Strom um das Wasser abzupumpen war zeitweise nicht vorhanden. Von außen sind heute kaum noch Schäden sichtbar; so ist der Kindergarten, der ohnehin neu gebaut werden sollte, mittlerweile eingeweiht. Doch das Hochwasser ist nicht vergessen: So würden die Kinder beim Spielen zum Beispiel Häuser mit Mauern drumherum bauen, damit kein Wasser hereinkommt, so die Kindergärtnerin Ursula Lillig. Das Hochwasser sei beim Spielen immer wieder Thema.

Neben Kindergarten und Wohnhäusern war auch das Pfarrhaus der der Stadtteilkirche "Am Wasen" betroffen. Die Pfarrbücherei, die Theatergruppe und die Pfadfinder haben das Haus wieder bezogen. Pfarrer Daniel Reichl ist Leiter der Stadtteilkirche und hat damals auch als Seelsorger vor Ort geholfen. Um eine erste Bestandsaufnahme zu machen, sei das Seelsorgeteam zusammen mit ehrenamtlichen Mitarbeitern aus Pfarrgemeinderat und Kirchenverwaltung durch die Stadt gezogen, erinnert er sich. Auch heute noch würden ihn Menschen darauf ansprechen und ihm sagen, wie schön es war, "dass sie da waren, als wir sie gebraucht haben".

Das Interesse aneinander sei damals sehr groß gewesen und das sei immer noch so, sagte der Pfarrer zu den Münchner Kirchennachrichten weiter. Der Blick für den anderen sei nicht verloren gegangen. Auch ein Jahr danach wird der Pfarrer immer wieder auf Menschen aufmerksam gemacht, die immer noch Hilfe brauchen. (kas)


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