Impuls Der Bumerangeffekt

08.07.2018

Das Besondere an einem Bumerang ist, dass er zum Werfenden zurückkehrt. So wurde er zum Synonym für meist vorschnelle Aussagen, die jemand über andere macht, die aber auf ihn selbst zurückfallen.

Bei allen Worten, die wir sprechen, besteht eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass sie zu einem Bumerang werden.
Bei allen Worten, die wir sprechen, besteht eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass sie zu einem Bumerang werden. © gritsalak – stock.adobe.com

Neulich waren der Nachbarsbub und sein Freund auf dem Grundstück des Pfarramts und schauten auf die Krone des Zwetschgenbaumes. Natürlich war ich neugierig und fragte sie, was sie da machten. Sie erklärten mir traurig, sie hätten mit dem Bumerang gespielt und der habe sich nun im Zwetschgenbaum verheddert. Sie könnten ihn aber nicht finden. Ich half ihnen bei der Suche und entdeckte schließlich den mit bunter Glitzerfolie beklebten Bumerang zwischen den Ästen verkeilt. Nachdem Schütteln nichts geholfen hatte, stieg einer der Buben geschwind auf den Baum und holte den Bumerang zurück. Jetzt konnten die zwei munter weiterspielen.

Das Lustige an einem modernen Bumerang ist, dass er bei der richtigen Wurftechnik immer zum/zur Werfenden zurückkehrt. Mit dieser Eigenschaft wurde der Bumerang zum Sprichwort für meist vorschnelle Aussagen, die jemand über andere Personen macht, die aber auf ihn oder sie selbst zurückfallen. Bei allen Worten, die wir sprechen, besteht eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass sie zu einem Bumerang werden. Wenn wir schlecht reden genauso wie wenn wir gut reden: Alles Gesprochene entfaltet seine Wirkung und kann zu uns zurückkehren.

Pfarrer Stephan Fischbacher leitet den Pfarrverband Waakirchen.
Pfarrer Stephan Fischbacher leitet den Pfarrverband Waakirchen. © privat

Alles Gesprochene kann zu uns zurückkehren

Nichts anderes ist es mit dem Wort Gottes nach dem Zeugnis des Propheten Jesaja: „So ist es auch mit dem Wort, das meinen Mund verlässt: Es kehrt nicht leer zu mir zurück, ohne zu bewirken, was ich will, und das zu erreichen, wozu ich es ausgesandt habe.“ (Jes 55,11) Von welchem Wort spricht der Prophet? Es sind Worte des Heiles, Worte des Friedens, Worte der Liebe.

Aus menschlicher Perspektive scheinen diese Worte zu oft ungehört im Nirgendwo zu verhallen, als hätten sie sich im Dickicht des Hasses, der Lieblosigkeit und des Zweifels verfangen. Zu oft machen wir Menschen die Erfahrung, dass unsere eigenen Worte ohne Wirkung zu bleiben scheinen: Eltern, denen es nicht gelungen ist, ihren Glauben oder ihre Werte an die Kinder weiterzugeben. Pfarrer, die trotz bester Predigten vor immer leereren Kirchenbänken stehen, Jugendliche, die trotz bester Eigenschaften nur schwer Freunde finden.

Ihnen und uns allen möchte Jesaja Mut zusprechen. Er will das tiefe Vertrauen in uns einpflanzen, dass wie Gottes Wort auch alle unsere Worte Wirkung haben und ihr Ziel erreichen. Jesus Christus ist das Fleisch gewordene Wort Gottes. Er sprach Worte des Heiles, des Friedens und der Liebe. Sein Worte, auch sein Leben selbst, hatten Wirkung: In der Himmelfahrt kehrte er heim zum Vater und nichts von seinem Leben ging verloren.

So soll es auch mit uns sein: dass alles, was wir an Gutem getan, gesagt und gelebt haben, auf uns zurückkommt, und es seine Wirkung entfaltet und ewig besteht. (Stephan Fischbacher)


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