Neue Ausstellung eröffnet in Meißen Der Heilige Benno zieht um

10.05.2017

Der Münchner Dom verleiht für eine Ausstellung über Benno von Meißen in Sachsen vier wertvolle Kunstwerke. Wir waren dabei als sie eingepackt wurden.

Die silberne Benno-Büste wird von München nach Meißen transportiert.
Die silberne Benno-Büste wird von München nach Meißen transportiert. © SMB

München – Wer schon einmal umgezogen ist, der kennt den Stress, der damit verbunden ist. Alle Habseligkeiten müssen in Umzugskartons geräumt und gut verpackt werden, damit auch alles heil ankommt. Das war gestern im Münchner Dom ganz ähnlich. Der Unterschied: Dort ging es nicht um Möbel, Klamotten und Krimskrams, sondern um echte Kunstschätze. Jeder von ihnen ein Vermögen wert. Sie werden in der Albrechtsburg in Meißen ausgestellt. Dort ist ab Freitag, den 12.Mai, eine Ausstellung über den Münchner Schutzpatron, den Heiligen Benno, zu sehen, der ursprünglich aus Meißen kommt.

Mit viel Fingerspitzengefühl

Rund zehn Arbeiter der Transportfirma und zwei Restauratorinnen haben die Kunstwerke gut verpackt und für den Umzug vorbereitet. Mit langsamen Bewegungen und ganz viel Fingerspitzengefühl verstauten sie die Gegenstände in Folien und Kisten: die silberne Benno-Büste, der Bischofsstab des Heiligen Benno, die Tür des Reliquiars und die Wachsfigur von Prinz Maximilian Philipp. So ein Transport ist ein großes Vorhaben, findet Katharina Schwinn. Sie ist die Verwaltungsleiterin des Münchner Doms. Bei solch wertvollen Kunstwerken sei es besonders wichtig, dass sie beim Transport nicht in den Kisten wackeln. Dadurch könnten sie leicht beschädigt werden. Die zuständige Restauratorin Regina Bauer-Empl hat sich schon lange auf den Umzug vorbereitet. Dafür hat sie mit der Transportfirma alles genau abgesprochen. Zum Beispiel welche Art der Verpackung für das jeweilige Stück erforderlich ist. Damit die Büste des Heiligen gut ankommt, muss er mit einer speziellen Silberschutzfolie geschützt werden.

Wachsfiguren sind besonders empfindlich

Die Diplom-Restauratorin Irmgard Schnell-Stöger war für die Wachsfigur von Prinz Maximilian Philipp zuständig und hat die Arbeiter beim Verpacken angeleitet. Die Figur ist besonders empfindlich. Deshalb musste sie frei in ihrer Kiste stehen – nur an den Stellen fixiert, an denen die Figur absolut stabil ist. „Eine unbedachte Bewegung und die Figur ist beschädigt. Man sagt zwar, alles ist restaurierbar, aber es wird nie wieder so wie vorher“, erklärt Schnell-Stöger.

Vorsicht beim Transport

Außerdem ganz wichtig: Damit den Figuren nichts passiert, war zum Transport ein besonders gut gefederter LKW erforderlich. Im Falle von Prinz Maximilian Philipp durften die Lastwagenfahrer auch die Heizung nicht einschalten, damit es der empfindlichen Wachsfigur nicht zu warm werden konnte.

Verständlich, dass Irmgard Schnell-Stöger an diesem Tag sehr aufgeregt war. Ein Transport sei immer von Herzklopfen begleitet, so die Restauratorin. Inzwischen kann sie aber durchatmen. Die Kunstwerke sind heil in Meißen angekommen und werden für die Ausstellung ausgepackt. Die Ausstellung „Ein Schatz nicht von Gold. Benno von Meißen – Sachsens erster Heiliger“ wird am Freitag, den 12. Mai, in der Albrechtsburg in Meißen eröffnet und läuft noch bis November. In einem halben Jahr geht das Einpacken dann wieder von vorne los. Dann kommen die Kunstwerke wieder zurück zu uns in den Münchner Dom. (Manuel Rauch)

Der heilige Benno förderte als Bischof von Meißen im 11. Jahrhundert die Mission und starb 1106. 1523 wurde er durch Papst Hadrian VI. heiliggesprochen. In den Wirren der Reformationszeit übergab 1576 der letzte katholische Bischof des alten Bistums Meißen die Reliquien des Heiligen an Herzog Albrecht V. von Bayern. Seit 1580 befinden sie sich im Münchner Liebfrauendom. So wurde aus dem sächsischen Bischof ein "bayerischer" Heiliger. Besonders die Stadt München verehrt ihn bis heute als ihren Patron. Auch das 1921 wieder errichtete katholische Bistum Dresden-Meißen hat sich unter Bennos Schutz gestellt. (KNA)

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