Tipps für den Feiertag Der Himmel im Film

30.05.2019

Der Himmel spielt nicht nur in der Kirche eine große Rolle. Autor Klaus Schlaug stellt drei berühmte Filme vor, in denen es ganz eigene Interpretationen auf das Jenseits gibt.

Das Jenseits ist in vielen Filmen ein beliebtes Thema.
Das Jenseits ist in vielen Filmen ein beliebtes Thema. © imago/Prod.DB, Imago/kpa, klagyivik - stock.adobe.com

München – Geschichten vom Himmel werden seit Anbeginn der Zeit erzählt. Das gilt natürlich im Besonderen für die Geschichten, die auf der großen Leinwand zu sehen sind und die Menschen in die Kinos locken. Viele Filmklassiker setzen sich etwa mit dem himmlischen „Personal“ auseinander. Im Weihnachtsfilm „Ist das Leben nicht schön?“ aus dem Jahr 1946 bedarf es des bisher wenig erfolgreichen Engels Clarence, um James Stewart alias George Bailey neuen Lebensmut zu geben. Nachdem der Unternehmer Bailey zum Happy End am Weihnachtsabend zu seiner Familie zurückkehrt und der drohenden Verhaftung wegen Veruntreuung entgeht, erklingt ein Glöckchen, das verdeutlicht, dass sich Engel Clarence nun endlich seine Flügel verdient hat.

Das Irdische in "Der Himmel über Berlin"

An seinem himmlischen Werdegang ist der Engel Damiel (gespielt von Bruno Ganz) aus Wim Wenders „Der Himmel über Berlin“ dagegen weniger interessiert. Damiel sehnt sich in dem Drama von 1987 nach menschlichen Empfindungen, als er sich in eine Trapezkünstlerin verliebt. Um kennenzulernen, „was kein Engel weiß“, gibt er sogar seine eigene Unsterblichkeit auf. Der Film sei „eine poesievolle Liebeserklärung an das Leben, an die Sinnlichkeit und Begrenztheit des irdischen Daseins“, urteilte der „Filmdienst“. Regisseur Wenders wurde für sein Meisterwerk unter anderem auf dem Filmfestival von Cannes mit dem Preis für die beste Regie ausgezeichnet. Rund zehn Jahre später verpasste Hollywood der Geschichte mit „City of Angels“ einen neuen, kitschigen Anstrich und verlegte die Handlung – mit Meg Ryan und Nicolas Cage in den Hauptrollen – nach Los Angeles.

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Frodo Beutlin aus dem Herr der Ringe kommt am Ende des Films in die "unsterblichen Lande"
Frodo Beutlin aus dem Herr der Ringe kommt am Ende des Films in die "unsterblichen Lande" © Imago/ KPA

Die Unsterblichen Lande im Herr der Ringe

Auch zwei der erfolgreichsten Filmreihen aller Zeiten kommen nicht ohne das aus, was man im weiteren Sinne als himmlische Mythologie bezeichnen könnte – obwohl oder gerade weil sie beide dem Fantasy-Genre entspringen. Im tränenreichen Finale der Verfilmung von J.R.R. Tolkiens Epos „Der Herr der Ringe“ bricht der Held Frodo mit dem Zauberer Gandalf von Mittelerde zu den „Unsterblichen Landen“ auf. „Frodos Himmelfahrt“ ist der emotionale Abschluss seiner Abenteuerreise und Leidensgeschichte, ein normales Leben im Auenland erscheint ihm nach der erfolgreichen Zerstörung des „Einen Rings“ nicht mehr erstrebenswert – zu tief sind auch die emotionalen Verletzungen, die er als Ringträger erlitten hat. Nach der Vollendung seines ihm auferlegten Werks gibt es für ihn in Mittelerde nichts mehr zu tun.

Auch Harry Potter kommt dem Himmel sehr nah.
Auch Harry Potter kommt dem Himmel sehr nah. © imago images/Prod.DB

Die Zwischenwelt in Harry Potter

Anders ergeht es da dem Zauberlehrling Harry Potter, dessen filmische Heldenreise im Gegensatz zu Frodo mit einem Ausblick auf ein harmonisches Familienleben endet. Allerdings hat er im zweiten Teil von „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“ bereits eine Art Himmel oder Zwischenwelt kennengelernt. Nachdem Harry erfährt, dass er einen Teil der Seele von Bösewicht Voldemort in sich trägt, lässt er sich von diesem widerstandlos mit einem Todesfluch belegen. Danach erwacht Harry in jener Zwischenwelt – die in gleißendes weißes Licht getauchte King’s Cross Bahnstation – und trifft dort auf einen alten Mann mit langem Bart. Doch dieser ist nicht Gott, sondern Harrys verstorbener Mentor Dumbledore. Dieser stellt Harry vor die Wahl: Er könne einfach mit dem nächsten Zug Richtung Jenseits fahren oder ins Leben zurückkehren und weiterkämpfen. Harry entscheidet sich für die zweite Variante und schafft es schließlich – inspiriert von dieser „himmlischen“ Begegnung –, seinen Erzfeind Voldemort zu besiegen.

Der Autor
Klaus Schlaug
Online-Redaktion
k.schlaug@st-michaelsbund.de

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Christi Himmelfahrt und zum Thema Filmtalks

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