Egli-Figuren in der Religionspädagogik Der Hirte und die Schäfchen

23.02.2017

30 Zentimeter hohe Puppen, die stehen, knien und sitzen können. In der Caritas Kinderkirppe Herzogspotalstraße bekommen die Kinder mit sogenannten Egli Figuren Bibelgeschichten erzählt...

Egli Figuren - ideal um Kinder biblische Geschichten zu erzählen © SMB/sschmid

München – Auf einer Decke steht eine etwa 30 cm hohe Figur – ein Schäfer, der zusammen mit seinem Hund auf ein paar Schäfchen aufpasst. Erzieherin Manuela Lokmer holt vier Krippenkinder und erzählt ihnen das Gleichnis vom verlorenen Schaf. Die Zweijährigen lauschen aufmerksam und machen mit. Sie wissen schon, dass die Schäfchen „mäh“ machen, dass jeder, ob Schäfer, Hund oder Schäfchen, Wasser aus dem Brunnen braucht und dass es wichtig ist, dass jemand auf einen aufpasst.

Wer ist das bei euch? Wer passt auf euch auf?“ fragt die Erzieherin. „Der Vincent", sagt ein kleiner Junge. „Das ist dein großer Bruder, gell“, meint Manuela Lokmer. “Und wer noch? Passen auch die Mama, der Papa, die Oma und der Opa auf euch auf?“ fragt sie. „Ja“, bestätigen die Kinder. „Und gibt es noch jemand. Oben im Himmel?“fragt sie weiter. „Ja, der Josef und die Maria“, ruft ein Kleiner begeistert. „Ja, der Josef und die Maria helfen ihm bestimmt“, meint die Erziehrin. „Der liebe Gott, den habe ich gemeint. Wollen wir noch ein Lied für den lieben Gott singen?". Die Krippenkinder sind begeistert dabei. Danach dürfen sie die Figuren alle nochmal anfassen. Den Hirten, die Schäfchen, den Hund und selbst Maria und Josef, die auf einem Tischchen im Eck stehen.

Was sind Egli-Figuren?
Die typische Egli-Figur hat eine Höhe von 30cm, die als sehr gut handhabbar und ausdrucksstark gilt. 30cm große Figuren eignen sich besonders für den Einsatz z.B. in der Schule oder Erwachsenenarbeit. Die mit 50cm etwas größeren Figuren werden gerne zum Aufbau von Figurenbildern in Kirchen oder Ausstellungsräumen verwendet. Der jeweilige Ausdruck einer Figur wird über ihre Körperhaltung gestaltet. Gesichter haben Egli-Figuren nicht, die Kopfform deutet ein Gesicht nur an. Durch ihr biegsames Grundgerüst sind die Figuren voll beweglich und können damit praktisch jede Haltung annehmen.
Biblische Erzählfiguren wurden erstmals im Jahr 1964 von der Schweizer Ordensfrau Schwester Anita Derungs entwickelt. Der Name "Egli-Figuren" geht zurück auf Doris Egli, die ab 1966, zusammen mit ihrem Mann, nach dem Vorbild von Sr. Anita Derungs ebanfalls bewegliche Figuren schuf, um ihren Kindern biblische Geschichten besser erzählen und bildlich nahe bringen zu können. (Quelle: Wikipedia/egli-figuren-arbeitskreis D e.V.)

Handgemacht und ausdrucksstark

Die Figuren, sogenannte Egli Figuren hat Erzieherin Manuela Lokmer alle selbst gemacht. Schon in ihrer Ausbildung an einer katholischen Fachschule am Bodensee habe sie den ersten Kurs zu Egli Figuren besucht, erzählt sie. In so einem Wochenendkurs schaffe man es eine Grundausstattung, also Maria, Josef und möglicherweise noch das Jesuskind zu bauen. Die Figuren sind aufwendig. Das innere "Gerüst" besteht aus sisal-Seil, dasso gewickelt wqird, dass daraus die Körperglieder entstehen. Diese werden dann bis zur gewünschten Dicke mit Tüchern umwickelt. Dann wird ein hautfarbener Trikot-Stoff darüber gezogen und vernäht, anschießend die Kleidung. Und natürlich Accessoires.

Viel Arbeit steckt darin. Lokmer hat mittlerweile 16 Figuren. Sie haben schwere Bleifüße, können stehen und in verschiedene Körperhaltungen versetzt werden. Die Figuren haben keine Gesichter, so dass man Gefühle und Reaktionen durch die Körperhaltung ausdrücken muss - genau deshalb ist es wichtig, dass sie so beweglich sind. Die Erziehrin findet die Egli Figuren ideal um sie religionspädagogisch einzusetzen und den Kindern damit Bibelgeschichten zu erzählen. Bei der Auswahl achte sie immer darauf, dass die Kinder die Geschichte auch auf ihr Leben projizieren können. „Die Kinder können der Geschichte durch die Figuren leicht folgen, selbst, wenn sie nicht jedes Wort verstehen. Ich bin immer wieder begeistert, wie aufmerksam schon Krippenkinder dabei sein, wenn ich mit Egli Figuren arbeite“, erzählt Manuela Lokmer.

Übrigens sind die Figuren nicht für die ganz Kleinen geeignet, auch in Grundschulen und sogar in Altenheimen werden sie eingesetzt. (Stefanie Schmid)

Kitaradio ist die Infosendung für Eltern und Erzieher im Münchner Kirchenradio! Dort werden katholische Standpunkte zu unterschiedlichen Themenbereichen von Erziehung und Bildung aufgegriffen und über Fragen religiöser Werteerziehung gesprochen. Das Kita-Radio hören Sie immer Dienstag, Donnerstag und Samstag 15-16 Uhr und am Dienstag, Mittwoch und Freitag auch zwischen 6 -7 Uhr im Münchner Kirchenradio. Auch hier können Sie die Sendung nachhören.


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