Kirche und Tiere Der Hühnerpfarrer von Hohenkammer

07.10.2017

Seit seiner Kindheit begeistert sich Johannes Thiele für Federvieh. Auch im Ruhestand hält sich der Pfarrer noch Hühner. Sogar „gackernde Messdiener“ leben in seinem Garten.

Die schwarzen Australorps sind eine seltene, aber fleißige Hühnerrasse.
Die schwarzen Australorps sind eine seltene, aber fleißige Hühnerrasse. © fotolia/guentermanaus

Hohenkammer – Glück habe er immer gehabt, sagt Johannes Thiele. Glück mit seinen Stationen als Priester. Denn überall hatte er einen großen Garten mit viel Platz für seine Tiere. Auch hier in seiner Ruhestandspfarrei in Hohenkammer. Neben der Auffahrt zum Pfarrhaus laufen schon die ersten Grüppchen mit zierlichen, weißen Hühnern und ihren noch kleineren Küken umher. Manche sind aber noch so klein, dass sie sich einfach im Gras verstecken, oder unter den nächsten Zaun in den Gemüsegarten huschen, wenn ein Unbekannter auftaucht.

Preisgekrönte „Ministrantenhühner“

Außer den Zwerghühnern – die Rasse heißt tatsächlich wie sie aussieht – leben im Hühnerstall von Pfarrer Johannes Thiele noch zwei weitere Sorten. Ein paar Lakenfelder Hühner und eine große Gruppe Australorps. Als Züchter achtet er auch heute noch darauf, die bestmögliche Ausprägung der einzelnen Gattungsmerkmale zu erhalten. So wie es auch die Preisrichter auf den Vogelausstellungen machen. Von denen hat er in den vergangenen Jahrzehnten schon einige Auszeichnungen bekommen. Dieses Lob und die Preiskrüge sind für ihn eine große Anerkennung für „besonders schöne Tiere“.

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Ein Besuch bei "Hühnerpfarrer" Johannes Thiele

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"Hühnerpfarrer" Johannes Thiele
"Hühnerpfarrer" Johannes Thiele © Pfarramt Hohenkammer

Die Lakenfelder-Rasse schätzt der Priester ganz besonders. Ein Besucher habe die Tiere einmal als „Ministrantenhühner“ bezeichnet. Bei den weißen Körpern, die von schwarzen Hälsen und Schwanzfedern umrandet werden, kann man schon auf die Idee kommen, gackernde Messdiener im Garten des Pfarrers zu sehen. Bei diesem Bild muss der Ruhestandspfarrer bis heute lachen.

Frühstücksei inklusive

Die ganz schwarzen Australorps hat er dagegen nicht wegen ihrer Schönheit. „Ich bin immer überrascht, dass diese seltene Rasse nicht häufiger gezüchtet wird“, erklärt er mit gewissem Stolz. Denn die seien besonders fleißige Legehühner. Sein ganzes Leben lang hält sich Johannes Thiele schon solche gefiederten Freunde. Zuhause auf dem Bauernhof habe er schon als Kind Vögel aller Arten um sich gehabt: „Es war eigentlich immer schon von Kindheit an eine Freude, wenn die kleinen Gänschen rauskamen, oder die Küken. So bin ich dann zum Liebhaber geworden“, erinnert sich Thiele. Auch heute noch stellt er sich gerne in den Garten und beobachtet seine 40 Hühner. Lästig sei manchmal, wenn der Hahn am Morgen vor seinem Fenster kräht. Entschädigt wird er dafür aber praktisch jeden Tag mit einem frischen Frühstücksei. (Maximilian Blindhuber)


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