Ein Monat für die Gottesmutter Der Mai und Maria

30.04.2018

Der Mai ist für gläubige Christen der Marienmonat. Maiandachten zur Ehre der Gottesmutter sind in der katholischen Kirche sehr wichtig. Aber warum eigentlich?

Modernes Marienbild in der Kirche St. Nikolaus in Neuried © Sankt Michaelsbund/KSchmid

Warum der Mai als Marienmonat?

Der Mai ist ein Frühlingsmonat und die Natur erwacht zum Leben. Die Kirche gedenkt in diesem Monat der Gottesmutter Maria, der Mutter Jesu – sie ist schließlich ein Inbegriff des wachsenden Lebens. Sie hat Gottes Sohn geboren, der den Tod besiegt hat und steht somit, wie der Mai, für den Neuanfang. Tatsächlich wird der Marienmonat deshalb bei Katholiken auf der Südhalbkugel im November, dem dortigen Frühling begangen und endet oft mit dem hohen Marienfest am 8. Dezember.

Seit wann ist der Mai Marienmonat?

Da die Feier des Mai als Marienmonat eng mit dem Erwachen des Frühlings zusammenhängt, liegen die Ursprünge bereits in der vorchristlichen Zeit. Das "Maigebet" war bereits zu diesem Zeitpunkt die Bitte um eine gute Ernte. Ein "Relikt" sind heute die Flurprozessionen, die den Segen für die Felder und Früchte in dieser Jahreszeit erbitten. Erste Maiandachten gehen bis in das Mittelalter zurück, als die Kirche damit heidnische Maifeiern zu „verchristlichen“ versuchte.

Ausgehend von Italien, Frankreich, Schweiz und Österreich verbreitete sich die marianisch geprägte Maiandacht in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts auch in Deutschland. Hier ist seit 1841 auch das Brauchtum bekannt, im Mai mit besonderen Maiandachten und Marienfeiern an die Gottesmutter zu denken. Den Höhepunkt hatte diese Brauchtum dann im Zeitraum zwischen 1850 und 1950. Papst Paul VI. widmet am 1. Mai 1965 der besonderen Verehrung Marias im Mai eine eigene Enzyklika mit dem Titel "Mense Maio" - "Im Monat Mai". Darin schreibt er, es sei "eine teure Gewohnheit unserer Vorgänger, diesen Marienmonat zu wählen, um das christliche Volk zu öffentlichem Gebet einzuladen, so oft die Nöte der Kirche oder eine drohende Weltgefahr dies verlangten".

Was gehört zur Maiandacht?

Besonders wichtig bei den Maiandachten ist das Rosenkranzgebet. Darin wird Maria um ihre Fürsprache bei Gott angerufen. Sie wird jedoch nicht angebetet, da dies nur Gott allein zusteht. Auch zahlreiche Kirchenlieder beschäftigen sich mit Maria als der Mutter Gottes, die besonders im Mai im Blick steht: so etwa in dem alten katholischen Lied "Maria, Maienkönigin, dich will der Mai begrüßen".

Bis nach dem Zweiten Weltkrieg war es auch häufiger Brauch, in der eigenen Wohnung einen "Maialtar" aufzubauen. Auf diesem stand eine Marienfigur mit blühenden Blumen geschmückt. Heute werden in den Kirchen Marienstatuen mit der Muttergottes als "die Rose ohne Dornen" im Monat Mai besonders mit Blumengebinden geschmückt. Die Blumen und Blüten symbolisieren Maria in ihrer Gnadenfülle; sie wird als "die schönste Blume" besungen.

Wie beliebt sind Maiandachten heute?

Gerade das Feiern der Mutter Gottes "mit allen Sinnen", also mit Blumen, Kerzen und vielen Liedern, spricht heute wieder Gläubige an, so dass die Maiandachten eine „kleine Renaissance“ erleben. Maria steht den Menschen nahe und so fällt es vielen Menschen leichter, ihre Anliegen im Gebet vorzutragen. Schon lange war die Maiandacht auch ein gemeinsames Gebet der Gläubigen ohne Priester als Leiter und das kommt der heutigen Situation der Kirchen sehr entgegen. Auch deshalb freut sie sich in den letzten Jahren wieder steigender Beliebtheit. (Stefanie Schmid)

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