Zum Tod von Ferdinand Schmidt-Modrow „Der perfekte Schauspieler“

22.01.2020

Pfarrer Rainer Maria Schießler spricht über den Tod des Stars aus "Dahoam is Dahoam".

Porträt des verstorbenen Ferdinand Schmidt-Modrow
Ferdinand Schmidt-Modrow © Markus Wagner

München – Der Schock nach dem überraschenden Tod des Schauspielers Ferdinand Schmidt-Modrow sitzt tief. Bekannt wurde er vor allem durch seine Rolle als Pfarrer Simon Brandl in „Dahoam is dahoam“. Einer, der ihn gut kannte, ist Pfarrer Rainer Maria Schießler. Er spielt den Generalvikar Kaiser in der Serie und durfte Schmidt-Modrow bei der Arbeit zuschauen: „Ich habe mir von ihm abgeschaut wie man das macht, einen Text vorbereitet, sich ihn einverleibt. Das hat mich fasziniert“, erklärt der Pfarrer.

Aber auch Schmidt Modrow durfte sich etwas abschauen. Zum Beispiel bei der Krankensalbung: „Er hat unglaublich gut zugehört und beobachtet; wie ein Schwamm hat er alle Informationen in sich aufgesogen.“ Aber ganz besonders eng war ihre Beziehung als es um den Zölibat ging. In der Serie verliebt sich der junge Pfarrer in die Polizistin Josie. „Ein ganz heikles Thema“, sagt Pfarrer Schießler. Und auch hier zeigt sich Schmidt-Modrow einfühlsam und geduldig: „Wir haben Stunden darüber gesprochen und ich habe gemerkt, hier ist einer der will das nicht auf die leichte Schulter nehmen, macht keinen Aktionismus draus à la der Pfarrer kann sich nicht mehr zurückhalten – im Gegenteil.“

Intensive Begegnungen

Der Schauspieler hat sich sogar ein paar Tage in Klausur begeben, um sich auf die Rolle vorzubereiten. „Für mich war er der perfekte Schauspieler“, hält Schießler fest, auch weil der 34-Jährige nicht nur in seinen Rollen lebte, sondern sie auch ablegen konnte, wenn die Kameras aus waren. „Und dann war er der Ferdinand, der mit jedem gut konnte“, so der Pfarrer.

Aber auch außerhalb des Sets hat Schmidt-Modrow einen bleibenden Eindruck hinterlassen. „Auch wenn er evangelisch war, ist er ja praktisch mein Pfarrkind“, erklärt Schießler. Schmidt-Modrow hat sein Moped immer bei ihm im Hof direkt neben dem des Pfarrers abgestellt und er war regelmäßig auf Veranstaltungen in St. Maximilian "Ich habe mich dann immer gefreut, ihn zu sehen," erzählt Schießler.

Wir bleiben gute Freunde

Am Freitag gibt es nun eine Trauerfeier in St. Maximilian. „Wir nehmen uns Zeit, um an ihn zu denken.“ Ohne Liturgie, aber die Heilige Schrift soll Trost spenden und es wird natürlich gemeinsam gebetet.

Die Liebesgeschichte zwischen Pfarrer Brandl und Polizistin Josie endet übrigens damit, dass beide zusammen auf der Wiese liegen und sagen: „Wir schaffen es, gute Freunde zu bleiben“. Und das ist für Rainer Maria Schießler ein kleiner Trost. „Das ist für mich wie ein Vermächtnis: Wir schaffen es, gute Freunde zu bleiben.“

Ferdinand Schmidt-Modrow starb überraschend am 15. Januar in Bremerhaven im Alter von 34 Jahren an einem Riss in der Speiseröhre.

Podcast-Tipp

Schießlers Woche Pfarrer Rainer Maria Schießler nennt die Dinge beim Namen, auch wenn ihm das schon so manches Mal Ärger eingebracht hat. Aber er will immer nur das eine: seiner Kirche - und damit den Menschen - dienen. Auch in seinem Podcast nimmt er kein Blatt vor den Mund. Er spricht über alles: Grundsätzliches, Spirituelles, aber auch kirchenpolitische Fragen. > zur Sendung

Der Autor
Thomas Stöppler
Volontär
t.stoeppler@st-michaelsbund.de


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