Ministrantenwallfahrt Der unauffällige Schatz des Erzbistums

07.08.2018

Bei der internationalen Wallfahrt nach Rom haben zehntausende Ministranten die Aufmerksamkeit bekommen, die sie verdienen.

Volle Lateranbasilika: Die 5500 MInistranten aus dem Erzbistum München und Freising bei ihrem Eröffnungsgottesdienst zur internationalen Ministrantenwallfahrt in Rom © Kiderle/SMB

Jeden Sonntag gehen rund 22 000 Kinder und Jugendliche im Erzbistum München und Freising ganz selbstverständlich in die Kirche – als Ministranten. Sie stehen am Altar und geben der katholischen Kirche ein junges Gesicht. Sie haben sich freiwillig für diesen liturgischen Dienst entschieden, leben die Gottesdienstfeier mit. So mancher evangelische Kirchenvertreter dürfte diese katholische Besonderheit mit Neid sehen. Denn durch den Ministrantendienst entwickeln sich auch in der nachwachsenden Generation emotionale Bindungen an die Kirche und an die Liturgie. Voraussetzung dafür ist, dass gute Ministrantenarbeit geleistet wird.

Ministranten verzichten aufs Ausschlafen und Fußballspielen

Dazu gehört auch ein Großereignis wie in der vergangenen Woche: Die Wallfahrt von Messdienern aus aller Welt nach Rom. Denn Ministranten müssen sich heute sehr bewusst für ihren Dienst entscheiden und ihn durchhalten. Viele Altersgenossen, aber auch Erwachsene reagieren eher mit Unverständnis, wenn sie den Sonntagvormittag nicht schlafend oder auf dem Fußballplatz verbringen. Dagegen müssen sie sich behaupten und brauchen Unterstützung. In Rom haben sich die Jungen und Mädchen als große Gemeinschaft erlebt, die nach außen sichtbar geworden ist. Der Papst hat sie zu einer großen Audienz empfangen. Über 60 000 Ministranten waren dabei, fast jeder Zehnte davon aus dem Erzbistum München und Freising. In riesigen und ehrwürdigen Kirchen, in der Lateranbasilika und in Sankt Paul haben sich die Messdiener aus unserer Region zu diözesanen Gottesdiensten getroffen. Es waren prächtige Feiern, die gleichzeitig auf die jungen Ministranten zugeschnitten waren. Kardinal Reinhard Marx hat eigens seinen Urlaub unterbrochen, um beim Abschlussgottesdienst dabei zu sein. Weihbischof Wolfgang Bischof hat sich viel Zeit genommen, um die komplette Wallfahrt zu begleiten.


Anerkennung für ein Ehrenamt

Die Ministranten standen im Mittelpunkt und waren einmal nicht „bloß“ der unauffällige und selbstverständliche Schatz der Kirche. Ein solches Großereignis ist von ungeheurer Bedeutung, um diesen Kindern und Jugendlichen zu zeigen, wie wichtig sie für die Kirche sind. 5500 Ministranten und Minstranten aus dem Erzbistum auf gemeinsamer Wallfahrt in Rom. Das ist ein Signal, dass die Kirche in unserer Region lebt und Zukunft hat. Es ist kurz nach der Bekanntgabe der Kirchenaustrittszahlen eine gute Nachricht für jeden Gläubigen. Und es ist ein Anlass für Anerkennung und Lob: Vielen Dank, liebe Ministranten, dass ihr euch Sonntag für Sonntag engagiert, dass ihr die Gottesdienste und das Leben in der Pfarrei bereichert.

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Zum Nachhören

Kommentar im Münchner Kirchenradio

Der Autor
Alois Bierl
Chefreporter Sankt Michaelsbund
a.bierl@st-michaelsbund.de


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